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Aufruhr in Beckdorf: An der Kinderkrippe sollen elf Asylbewerber in Containern untergebracht werden

Beckdorfer Eltern sammeln Unterschriften gegen die Container für Asylbewerber, die auf der Wiese links neben der Kinderkrippe (rechts im Bild) aufgestellt werden sollen
Beckdorf: Kinderkrippe | wd. Beckdorf. Beckdorfer Eltern gehen auf die Barrikaden: Direkt hinter der Kinderkrippe, Ecke Waldfrieden, sollen in drei bis zehm Meter Entfernung Container für elf Asylbewerber aufgestellt werden. Die Männer sollen bereits in diesen Tagen nach Beckdorf kommen. Das haben die Bewohner in der vergangenen Woche durch einen Zufall erfahren. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile im Dorf. Das WOCHENBLATT fragte bei Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer nach: Es stimmt, die elf Männer wohnen zunächst in Apensen in der freien Wohnung an der Grundschule und sollen, sobald die Container stehen, nach Beckdorf ziehen. Jetzt laufen die Bewohner Sturm. "Wir wurden nicht informiert", beschwert sich Nadine Dipper, Elternsprecherin der Kinderkrippe Beckdorf. "Das Thema stand im Rat auf keiner Tagesordnung und es gibt auch keinen Ratsbeschluss. Das ist überhaupt nicht rechtens!"
Der Standort sei völlig unpassend und die Infrastruktur in Beckdorf nicht geeignet für die Integration der Asylbewerber. Die Familien haben Angst um ihre Kinder, wollen sie dann nicht mehr alleine auf den Bolzplatz am Kita-Gelände und zur benachbarten Sporthalle gehen lassen. Am Schlimmsten finden es die Bewohner allerdings, dass die Entscheidung über ihre Köpfe getroffen wurde. Jetzt läuft eine Unterschriftenaktion gegen die Container an der Krippe. Innerhalb von drei Tagen sind bereits 200 Unterschriften gesammelt. Mit den Listen wollten die Beckdorfer gestern Nachmittag nach Redaktionsschluss des WOCHENBLATT die Bürgermeistersprechstunde von Siegfried Stresow stürmen.
"Der Standort ist zwar nicht ideal", gibt Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Sommer zu. "Aber egal, wo wir die Container aufstellen - es gibt immer Ärger." Die Gemeinde Apensen habe bereits rund 30 Asylbewerber aufgenommen. "Jetzt sind auch Beckdorf und Sauensiek dran." Peter Sommer hat Ende Februar an die Mitglieder des Samtgemeinderats eine Anfrage nach möglichen Standorten geschickt und keine Antwort bekommen. Die Gespräche für die Aufnahme von Asylbewerbern in Beckdorf haben dann im Verborgenen stattgefunden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wäre die Nachricht von den Plänen nicht durchgesickert, wären die Beckdorfer diese Woche von ihren neuen Mitbürgern in Containern überrascht worden.
Anders geht die Gemeinde Sauensiek mit dem Thema um: Dort stand die Frage nach einem Standort für die Unterbringung von Asylbewerbern am Montag auf der Tagesordung des Gemeinderats - im öffentlichen Teil. "Wir wollen uns der Verantwortung stellen - in Rücksprache mit unseren Bürgern", sagt Bürgermeister Rolf Suhr (CDU).