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Beckdorfer Flüchtlinge fühlen sich endlich in Sicherheit

Glücklich in der Samtgemeinde Apensen zu sein: Ammar Kaskas und Ahmad Alian
Ahmad Alian (33) und Ammar Kaskas (25) aus Syrien sind einfach nur dankbar, endlich in Sicherheit zu sein. Der Neurochirurg und der technische Kaufmann sind zwei von zehn Flüchtlingen, die in Beckdorf eine neue Heimat finden. Voller Hoffnung schauen sie in die Zukunft: "Ich möchte so schnell wie möglich Deutsch lernen", sagt Ammar Kaskas in fließendem Englisch. Der junge Mann ist aus Syrien geflüchtet, als er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. "Ich will auf niemanden schießen", sagt er. "Dort werden wahllos Frauen und Kinder getötet - jeder tötet jeden."
Der Arzt Ahmad Alian wurde in seiner Heimat gesucht, weil er abends nach seinem Dienst im Krankenhaus Kriegsopfer behandelt hat. "Das wird als Hochverrat angesehen", erzählt Alian auf Deutsch und Englisch. "Aber ich konnte nicht anders, ich bin Arzt und helfe jedem." Nachdem die Polizei seinen Freund, ebenfalls ein Arzt, aus dem Krankenhaus holte und dieser nie wieder auftauchte, beschloss Alian zu fliehen. "Ich hatte Glück, dass ich an diesem Tag nicht im Krankenhaus war", sagt er. "Die Polizei hatte auch nach mir gefragt." Seine Frau und seine beiden kleinen Kinder musste er zurücklassen. "Ich vermisse sie sehr", sagt er.
Beide Männer haben eine langen und schweren Weg über den Libanon, die Türkei, Griechenland und Frankreich hinter sich. "Ich habe mit sehr schlechten Menschen verhandeln müssen, damit ich aus Syrien raus und bis nach Deutschland komme", erzählt Ahmad Alian. "Ich habe auch viel Geld zahlen müssen, und ob wir die Flucht überleben, war dann völlig egal." Allein für die Bootsfahrt von der Türkei nach Griechenland habe er 3.000 Euro bezahlt. Sein Freund ist bei dieser Fahrt gestorben. Der Flug nach Frankreich kostete weitere 1.000 Euro, schließlich sei er dort auch noch bestohlen worden. Erst in Deutschland seien die Männer endlich freundlich aufgenommen worden.
"Die Menschen lächeln hier und es ist alles sauber und gut organisiert", sagt Ammar Kaskas. Der junge Mann hofft, schnell Kontakte zu knüpfen und vielleicht sogar sein Studium beenden zu können. Er war bereits bei verschiedenen Ämtern in Apensen, Buxtehude und Harburg, um nach Deutsch-Intensivkursen zu fragen. "Ich habe ja Zeit und den Kursus könnte ich auch zahlen", sagt er. Aber: Das Geld reicht nicht mehr für ein Bahnticket nach Harburg, wo ein entsprechender Kursus angeboten wird, und arbeiten dürfen die Flüchtlinge nicht. "Das ist schwer für uns", sagt der Arzt Ahmad Alian. "Wir können nichts tun - nur abwarten."
"Mir blutet teilweise das Herz", sagt Tanja von der Beil, die in der Samtgemeinde Apensen für die Flüchtlinge zuständig ist. "Das sind zum Teil so nette Menschen, die Schlimmes erlebt haben und jetzt auf die Zukunft hoffen." Unterstützung von Beckdorfer Bewohnern sei ihr bisher noch nicht angeboten worden. "Wenn jemand helfen möchte, würden wir uns sehr freuen", so Tanja von der Bey.