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Bis 50.000 Euro für jede Haltestelle: Apensen prüft Sanierung der Busstationen

Hier besteht Handlungsbedarf, auch wenn sie nur zum Aussteigen genutzt wird: die Haltestelle an der Wiegerser Grundschule Foto: jd
jd. Apensen. Wackelige Gehwegplatten, mangelhafte Beleuchtung, keine Barrierefreiheit, fehlender Platz für Wartende: Viele der 60 Bushaltestellen in der Samtgemeinde Apensen sind in einem wenig erfreulichen Zustand. Bereits im Frühjahr hatte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Handlungsbedarf angemahnt. Doch der Plan der Verwaltung, eine Bestandsaufnahme der Bushaltestellen durch Studenten der Hochschule 21 vorzunehmen, zerschlug sich. Jetzt wurde ein neuer Anlauf genommen: Ein Experte der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) berichtete im Samtgemeinderat über Fördermöglichkeiten bei der Sanierung von Haltestellen.

Bei vielen Haltestellen bedarf es eigentlich gar keiner Untersuchung, um festzustellen, dass etwas getan werden muss. Der bloße Augenschein reicht meist. Daher hat die Verwaltung auch bereits nach Fördertöpfen Ausschau gehalten. "Für uns in Frage kommt ein ÖPNV-Förderprogramm des Landes Niedersachsen", erläutert Rathauschef Peter Sommer. Bezuschusst werden unter anderem die Schaffung von Bordsteinen für Niederflurbusse, um Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten den Einstieg zu erleichtern, sowie die Errichtung von Warteflächen und Blinden-Leitsystemen.

Pro Haltestelle ist ein Zuschuss bis zu 50.000 Euro möglich, bei einer Förderung in Höhe von 75 Prozent, so Sommer: Das klinge zunächst nach viel Geld, doch Kosten in dieser Höhe seien schnell erreicht: "Wir haben Haltestellen, die nur aus einem Schild und einem schmalen Streifen Rasen bestehen." Wenn diese Stationen behindertengerecht gestaltet werden sollen, sei die Höchstsumme schnell erreicht.

Für das kommende Jahr ist der Zug - oder besser: Bus - ohnehin schon abgefahren: Ein Antrag muss immer bis Ende Mai des Vorjahres eingereicht werden. Frühestens 2019 könnte es daher losgehen. Da das Förderprojekt bis 2022 läuft, hätte Die Samtgemeinde dann vier Jahre Zeit, um ihre Haltestellen "auf Vordermann" zu bringen. Doch es gibt einen Haken: Pro Jahre werden pro Kommune höchstens acht Bushaltestellen bezuschusst. Die Samtgemeinde könnte also für bis zu 32 Bushaltestellen Zuschüsse beantragen. Das wäre lediglich etwas mehr als die Hälfte der bestehenden Haltestellen.

Doch dieses Probleme ließe sich umgehen: Wenn die drei Mitlgiedsgemeinden eigene Anträge stellen. Das ist zulässig und würde bedeuten, dass theoretisch alle 60 Haltestellen erneuert werden könnten. Diese sind allerdings ungleich verteilt: In der Gemeinde Apensen gibt es lediglich zwölf Haltestellen, in Beckdorf immerhin 19 und in Sauensiek sogar 29. Die Gemeinden müssen nun unter sich ausmachen, wie vorgegangen werden soll. "Auf jeden Fall werden wir vor einem Antrag eine Prioritätenliste aufstellen", sagt Sommer. Dabei werde auch der Behindertenbeirat einbezogen.