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"Endlich mal etwas Praktisches machen" - FSJler aus der Jugendbauhütte Stade werkelten auf dem Beckdorfer Beekhoff

Haben unter der Anleitung von Martin Gawlig (2.v.re.) viel geschafft: Alexander, Tinatin, Arsen und Helena (v.li.) von der Jugendbauhütte (Foto: jd)
 
Tinatin aus Georgien (re.) und Arsen aus Armenien helfen mit, den Beckdorfer Beekhoff zu verschönern
jd. Beckdorf. Der Beckdorfer Beekhoff ist eine kulturhistorische Perle. Das Ensemble aus alten landwirtschaftlichen Gebäuden wird vom Verein "Die Kranzbinder" unterhalten. Doch der Aufwand, die Anlage mitsamt Außenbereich und Bauerngarten in Schuss zu halten, ist enorm. Jetzt erhielt der Verein Unterstützung von fünf jungen Menschen, die bei der Jugendbauhütte Stade (JBH) ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege absolvieren: Zwei Wochen lang werkelten die FSJler auf dem Beekhoff. Sie schwangen Pinsel und Maurerkelle, griffen zu Hacke und Spaten und waren überall dort zu Stelle, wo helfende Hände gebraucht wurden.

Die drei jungen Männer und zwei jungen Frauen bilden während ihrer FSJ-Zeit ein festes Team: "Das ist die MOBI, unsere Mobile Interkulturelle Einsatztruppe", erläutert Bauhütten-Leiterin Eva Pfennig. Das MOBI-Team übernimmt meist Aufgaben, die von kurzer Dauer sind. Die Einsatzorte konzentrieren sich überwiegend auf das Elbe-Weser-Dreieck.

Für den Kranzbinder-Vorsitzenden Siegfried Stresow kam die Unterstützung durch den Jugendbauhütten-Trupp gerade recht: "Wir wollten den Beekhoff ein wenig auf Vordermann bringen, damit er sich für den großen Staudenmarkt von seiner besten Seite präsentiert." Unter fachkundiger Anleitung des ehrenamtlichen "Vereins-Zimmerers" Martin Gawlig führten die jungen Leute auch anspruchsvollere Tischlerarbeiten aus und erneuerten zudem die Lehmfüllung zwischen dem Fachwerk eines Stallgebäudes.

"Es macht riesigen Spaß, wenn wir uns wie hier auf dem Beekhoff handwerklich betätigen können", sagt FJSlerin Helena. Die 19-Jährige hatte sich nach dem Abitur bei der Jugendbauhütte beworben: "Ich wollte nach der langen Schulzeit, in der es immer nur um theoretische Dinge ging, endlich mal etwas Praktisches machen." Das sei eine typische Motivationslage bei den jungen Leuten des Bauhütten-Teams, so Pfennig: "Viele brauchen nach dem Schulabschluss ein wenig Zeit, um sich zu orientieren, wie es mit der Ausbildung weitergehen soll."

Das MOBI-Team ist in diesem Jahr international besetzt: Die 24-jährige Tinatin kommt aus Georgien und der 26-jährige Arsen ist Armenier. Die zwei haben in ihren Heimatländern bereits studiert und einen Bachelor-Abschluss erworben. Sie möchten ihre Tätigkeit in der Bauhütte als Sprungbrett für einen längeren Aufenthalt in Deutschland nutzen, um Land und Leute intensiver kennenzulernen: " Durch unsere Tätigkeit bei der mobilen Einsatztruppe sind wir schon viel herumgekommen und haben viele nette Menschen kennengelernt."


Ein Jahr in der Denkmalpflege

Die Jugendbauhütte Stade ist die einzige dieser Art in Niedersachsen. Bewerben können sich alle jungen Menschen bis 26 Jahre, die einen Schulabschluss haben. Die einjährige Tätigkeit beginnt immer am 1. September. Einsatzstellen sind in Museen, bei der Archäologie und in Handwerksbetrieben, die sich auf Arbeiten im Denkmalschutz spezialisiert haben.

Die mobile Einsatztruppe MOBI ist eine Besonderheit der Stader Jugendbauhüte: Diese flexible Arbeitscrew ist in der Region unterwegs, um vor allem kleinere Museen und Vereine zu unterstützen.

• Infos bei Eva Pfennig (Tel. 04141 - 542230 oder per Mail: fsj.denkmal.nds@ijgd.de)