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Feige Angriffe auf Flüchtlinge in Sauensiek

Opfer von Randalierern: Nur Bajram Qukovzi und seine Frau Xhylsime lassen sich fotografieren, die anderen Flüchtlingsfamilien haben Angst um ihre Kinder
An Feigheit ist das wohl kaum zu überbieten: Viermal in Folge haben Unbekannte das kleine Containerdorf in Sauensiek überfallen, die Satellitenschüssel zerstört, den Kinderwagen auf die Straße geschmissen sowie Knaller und Flaschen gegen Wände und Fenster geworfen. In den Containern leben vier Familien mit zum Teil kleinen Kindern. "Die Täter kommen in den späten Abendstunden und wecken die Kinder auf", sagt Bajram Qukovzi (52) in fließendem Deutsch. "Besonders die Kleinen erschrecken sich und weinen die ganze Nacht." Der Eisenflechter ist mit seiner Frau und Tochter aus dem Kosowo geflüchtet, nachdem dort sein Bruder getötet wurde. "Wir alle haben schon viel Schlimmes erlebt", erzählt er. Dennoch wollten die Flüchtlinge zunächst keine Polizei holen. "Wir haben Stimmen junger Männer gehört. Die haben bestimmt Alkohol getrunken und wollten nur ihren Mut beweisen", vermutet Qukovzi. Doch nach dem vierten Mal sieht er keine andere Lösung. "Ich verstehe es nicht, denn die Menschen hier sind alle wunderbar", sagt Bajram Qukovzi. "Aber besonders die Frauen und Kinder haben jetzt Angst."
Als "völlig inaktzeptabel" bezeichnet Bürgermeister Rolf Suhr (CDU) die Überfälle. Es gebe überhaupt keine Probleme mit den Flüchtlingen und die Fürsorge innerhalb Gemeinde sei vorbildlich. Rolf Suhr plant, die Container mit mehr Licht und einer Videoanlage auszustatten. Auch die Dorfjugend, die ihren Raum direkt neben den Containern hat, will verstärkt vor Ort sein und auf die Gäste aufpassen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, zahlt die Gemeinde 1.000 Euro.