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Freilaufende Katzen müssen registriert und kastriert werden

Apensen ist die erste Kommune in der Region, die eine Verordnung erlässt, nach der freilaufende Katzen kastriert werden müssen (Foto: bo)

tk. Apensen. Die Samtgemeinde Apensen will als erste Kommune in den Landkreisen Stade und Harburg eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für freilaufende Katzen einführen. Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer betont, dass diese Verodnung keine bürokratische Schikane sei, sondern auf eine Initiative von Tierschützern zurückgehe. Es sei eine Mär, dass Katzen in freier Wildbahn ohne den Menschen überleben. "Jedes Jahr sterben viele Katzen elendig", sagt Sommer. Die Verordnung sei daher auch ein Stück weit Tierschutz.

Das wird künftig vorgeschrieben sein: Wer seine Stubentiger frei herumlaufen lässt, muss sie entweder chippen oder tätowieren lassen und zudem in einem der großen Tierregister eingetragen lassen. Außerdem müssen die Tiere kastriert werden. Tierschützer erhoffen sich vor allem davon ein Ende der Katzenschwemme. Schon mehrfach hat das WOCHENBLATT darüber berichtet, dass die Tierheime die vielen Kätzchen gar nicht mehr aufnehmen können. Peter Sommer rechnet vor, dass die Samtgemeinde pro Jahr rund 3.500 Euro aufwenden muss, damit Katzen, die auf Apensener Gebiet aufgegriffen werden, kastriert werden.
Um die Tierbesitzer zu erreichen, will die Verwaltung mit den Tierärzten zusammenarbeiten. Die sollen Katzenhalter über die neue Verordnung informieren. Irgendwann, davon ist Peter Sommer überzeugt, werde die Gemeinde erfahren, wenn jemand freilaufende Katzen hält, die weder kastriert noch registriert sind. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro rechnen. Die Gemeinde wird aber niemanden einstellen, der als Katzenkontrolleur unterwegs ist.
Als Katzenhalter gilt nach der neuen Verordnung übrigens auch, wer die Tiere füttert, ohne sie ins Haus zu lassen.
Peter Sommer rechnet damit, dass es Proteste gegen die strengen Vorschriften gibt. Der Samtgemeindebürgermeister verweist darauf, dass es um aktiven Tierschutz gehe und bereits 170 Gemeinden in Niedersachsen ähnliche Regelwerke haben.
Kritik - nicht an der Sache, aber an der Informationspolitik - kommt von den Grünen: Die Bevölkerung müsse besser informiert werden, so die Ratsfraktion. Nur dann sei zu erwarten, dass die neuen Vorschriften auf Akzeptanz stoßen.