Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Helfen ist selbstverständlich

Arno Eckstein hält seinen Spenderausweis der DKMS in der Hand. Im Hintergrund ist das Bild seiner drei Kinder zu sehen. Seine Familie ist sehr stolz auf ihn.
Arno Eckstein (46) rettete einem fremde Menschen das Leben / "Für mich stand fest: Ich spende Knochenmark"

at. Apensen. Menschen zu helfen, das war der Grund aus dem sich Arno Eckstein für eine Typisierung bei der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) entschieden hat. "Ich habe mich kurz mit meiner Frau besprochen, dann haben wir es getan", sagt er. Es dauerte etwa drei Jahre, dann rettete er einem fremden Menschen das Leben.

Arno Eckstein (46) kommt aus Stade, ist Pächter einer Tankstelle in Apensen und hat drei Kinder. "Wir sind sehr dankbar, dass alle gesund sind", sagt er. Gemeinsam mit seiner Frau Imke wollten etwas davon zurückgeben. Aus diesem Grund meldeten sie sich bei einer Typisierungsaktion im Nachbarort. "Ein kleiner Junge war damals schwer krank und wir wollten helfen", erinnert sich Arno Eckstein. Der Junge aus dem Nachbarort fand einen anderen Spender, die DKMS meldete sich später trotzdem bei Arno Eckstein.

Seine Stammzellen passten zu einem Patienten in Frankreich. Untersuchungen und ein Besuch in einem Krankenhaus in Hameln brachten endgültig Klarheit. Für den Unternehmer kam der Moment, der auch über das Schicksal des todkranken Franzosen entschied. Er hatte eine starke Strahlentherapie erhalten, die er ohne eine passende Stammzellenspende wahrscheinlich nicht überleben würde. "Ich musste sagen, ob ich die Spende wirklich machen will", erinnert sich der Familienvater. "Für mich stand sofort fest, ich spende." Ab da gab es für ihn kein Zurück mehr.

Obwohl Arno Eckstein nicht wusste, was passieren wird, habe er keine Angst gehabt. "Ich war einfach gespannt, was auf mich zukommt", sagt er. Der Stader musste sich vor der Entnahme der Stammzellen fünf Tage lang selbst ein Mittel (Wachstumsfaktor) spritzen, das Knochenmark wird angeregt, mehr Blutkörperchen zu bilden. In ihnen befindet sich die Stammzellen. Rückenschmerzen waren die Folge. Sie seien aber auszuhalten gewesen, sagt der Lebensretter. Die Entnahme sei nicht mit Schmerzen verbunden gewesen, Eckstein beschreibt die Prozedur eher als "langweilig". "Ich lag sechs Stunden im Bett und hab Filme geschaut", erinnert er sich. Währenddessen habe man sein Blut gefiltert. Anschließend fühlte er sich ausgelaugt. Nach einer Stunde sei er wieder fit gewesen.

Erst dann erfuhr Arno Eckstein, für wen er überhaupt gespendet hatte. Der Mann aus Frankreich überlebte, dank der Spende des Staders. Mehr wird Eckstein über "seinen" Patienten nicht erfahren. Die französischen Gesetze verbieten einen Kontakt zwischen Spendern und Patienten. "Ich wüsste wirklich gerne mehr über ihn. Zum Beispiel, ob er Familie hat", sagt der Lebensretter. Aber auch wenn er diese Information nicht hat, freut er sich, helfen zu können und würde es immer wieder tun. "Helfen ist eine Selbstverständlichkeit", sagt er.