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Hurra, die Schule fängt an

Moritz (6) wird heute ganz stressfrei eingeschult Foto: sum

Einschulungsstress ab Januar, gähnend leere Arbeitshefte und überfüllte Zuckertüten

In vielen Familien herrscht am heutigen Samstag große Aufregung. An insgesamt 41 Grundschulen im Landkreis Stade werden rund 1.700 Kinder eingeschult. Doch während sich die Kleinen einfach nur auf den ersten Schultag freuen, geraten immer mehr Eltern in Einschulungsstress.

Auch mein Sohnemann Moritz (6) gehört in diesem Jahr zu den Schulanfängern. Bei vier Kindern im Alter von 16, 14, 9 und 6 würde ich, WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Silke Umland, mich daher als erfahrene Einschulungs-Fachfrau bezeichnen, die weiß, dass der erste Einschulungsstress oft schon im Januar beginnt. Nämlich dann, wenn Eltern und Kinder zu den Messen strömen, um in einer riesigen Auswahl glitzernder und blinkender Schulranzen das richtige Exemplar zu finden. Aber auch in den Sommerferien sind in den Fachgeschäften Schulranzen in allen Formen und Farben zu finden, so dass auch mein Sohn ohne Probleme zum stolzen Trecker-Ranzen-Besitzer wurde.

Über die Dinge, die da rein gehören, brauchen sich die Eltern keine großen Gedanken machen. Das geben die ellenlangen Listen der Schulen detailliert vor. So müssen unbedingt der Tuschkasten mit dem fischefressenden Vogel und der Klebestift mit der Eule im Ranzen landen. Und wenn Eltern sich bei der Lieferung der diversen Arbeitshefte besorgt fragen, wie die Kleinen das in einem Jahr schaffen wollen, kann ich nur sagen: in der Regel gar nicht. Am Schuljahresende ist regelmäßig der angeschaffte DIN A4-Leitzordner mit kopierten Arbeitszetteln prall gefüllt, während in den Arbeitsheften gähnende Leere herrscht.

Was natürlich bei keiner Einschulung fehlen darf, ist die gekaufte oder liebevoll selbst gebastelte Schultüte. Dieses typisch deutsche Einschulungsutensil aus dem 19. Jahrhundert wurde früher aus gutem Grund „Zuckertüte“ genannt, mit der den Schulanfängern der Weg in die Schule versüßt werden sollte. Doch alleine mit Süßigkeiten ist es heute nicht mehr getan. Ich gebe zu, auch Moritz wird etwas zum Spielen in seiner Tüte finden. Aber ein Smartphone muss es doch beim besten Willen noch nicht sein oder?

Den Einschulungstag soll Moritz ohne gestresste Eltern in Erinnerung behalten. Daher verzichten wir auf eine große Feier mit Drei-Gänge-Catering oder Restaurantbesuch mit der gesamten Groß-Familie. Nur mit Oma und Opa und den Paten werden wir gemütlich Grillen - bei jedem Wetter. Und die Gäste bringen sogar einen Salat mit.

Ob große Feier oder kleiner Familienkreis, viele große Geschenke oder eine kleine Aufmerksamkeit. Dieser Tag gehört den Schulanfängern und denen wünsche ich einen tollen und entspannten ersten Schultag und viel Spaß in der Schule.
Silke Umland