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"Klotzen" für den "Kick" Für Schausteller beginnt die Arbeit lange vor der Eröffnung der Feste

"Jede Schraube wird von Hand kontrolliert": Silviu Savciuc bei der Errichtung des "Avengers"

b>mi. Buxtehude. Der "Avenger" ist in diesem Jahr die neueste Attraktion auf dem Pfingstmarkt in Neukloster. Die 25 Meter hohe "Spaßmaschine" schießt ihre Fahrgäste nicht nur in die Höhe, sondern lässt sie bei einer krassen Lasershow auch noch "Kopfstehen" Damit die Besucher diesen ultimativen Kick erleben können, müssen die Schausteller vorher tüchtig ranklotzen. Gleiches gilt für die anderen

Attraktionen, die derzeit auf der 1,3 Kilometer langen Budenmeile errichtet werden.
"Jede Schraube muss kontrolliert und von Hand nachgezogen werden." Mit einem großen Drehmomentschlüssel ist Silviu Savciuc auf dem "Avenger" unterwegs und checkt, ob alle Stahlmuttern festsitzen. Er errichtet die tonnenschwere Anlage für den Schaustellbetrieb Holzem. Sicherheit hat dabei höchste Priorität.
"Als Schausteller bist du nicht nur Fahrgeschäftbetreiber, sondern auch Konstrukteur und Statiker", erklärt Geron Langhoff. Der Juniorchef des Schaustellerbetrieb-Langhoff" überwacht gerade den Aufbau des "Topspin". Zwölf Stunden Zeit müssen in den Aufbau investiert werden. "Danach spritze ich ein bisschen die jungen Frauen nass und dann gehts weiter nach Kassel, sagt Geron Langhoff in Anspielung auf den "Topspin", bei dem zum Spaß der Fahrgäste auch Wasserfontänen zum Einsatz kommen. Mit dem Fahrgeschäft tourt er in ganz Europa . Geron Langhoff: "Es gibt viele Jobs, bei denen man arbeitet wenn andere feiern, mir macht das nichts aus."
Auch bei Schausteller Hans-Werner Rüth herrscht hektisches Treiben: Der "Dancer", eine Art Karussell, das sich gleichzeitig auch noch um die eigene Achse dreht, wird aufgebaut. Dafür kommt schweres Gerät zum Einsatz. Mit einem Kran buxiert sein Geschäftspartner Robert Rasch die sperrigen Bauteile in die richtigen Positionen. Fertiggestellt bringt es der "Dancer" dann auf einen Durchmesser von 20 Metern, entsprechend aufwendig ist die Konstruktion.
"Das Geschäft ist hektisch geworden. Damit es sich wirklich lohnt, müssen wir weiter fahren und mehr Orte ansteuern als früher", sagt Rüth. Er stammt aus einer Schausteller-Dynastie - schon sein Urgroßvater sei über die Jahrmärkte getingelt. "Ich kann mir nichts anderes vorstellen", so der Schausteller Anders gehe es da seinen Söhnen. "Die studieren beide, sie werden den Betrieb wohl nicht weiterführen", sagt Rüth. Schausteller, dass bedeute viel Arbeit, wenig Freizeit und ständige Ortswechsel. Richtig vorbei sei die Saison nie. "Wenn die Weihnachtsmärkte rumm sind, gibt es eine kurze Pause im Januar, dann geht es schon wieder weiter bis zu den nächsten Weihnachtsmärkten", erklärt Rüth. Dass seine Söhne etwas anderes machen wollen, akzeptiert der Vater. "Schausteller muss man mit vollem Herzen sein, sonst hat es keinen Sinn."