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Wenn der Apfel nicht weit vom Stamm plumpst

jd. Beckdorf. Bald fließt der leckere Saft in Strömen: Rund um Beckdorf ernteten die "Kranzbinder" ihre Streuobstwiesen ab."Bäumchen rüttel dich und schüttel dich", heißt es im Märchen. Wenn es Herbst wird, rütteln und schütteln auch Dieter Prigge und Kai Minkus an den Bäumen. Aber nicht an allen, sondern nur an denjenigen, die Äpfel tragen. Die beiden haben es auf das runde Obst abgesehen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern vom Beckdorfer Heimatverein "Die Kranzbinder" zogen sie kürzlich über die drei vereinseigenen Streuobstwiesen und betrieben Apfelernte. Die einen schüttelten, die anderen sammelten auf. Die Ausbeute landet in Kürze in der Saftpresse. In guten Jahren kommen bis zu 4.000 Liter Apelsaft zusammen. Dieser wird in Fünf-Liter-Gebinden verkauft. Der Erlös kommt der Vereinsarbeit zugute.
Prigge ist Hobby-Pomologe (Apfelkundler) und Mit-Initiator des Projekts Streuobstwiese, das die "Kranzbinder" seit 1995 auf drei Flächen rund um das Dorf umgesetzt haben. Auf diesen Wiesen stehen fast 150 Apfel- und Birnbäume - allesamt alte Sorten, wie es sie einst in den Obstgärten der Bauernhöfe gab. Der ehemalige Landwirt kennt solche Gärten noch aus seiner Kindheit. Doch diese sind fast überall verschwunden. Der Grund: Diese Art von Äpfeln schmeckt zwar köstlich, ist dafür aber meist recht unansehnlich. Einen Apfel mit fleckiger Schale will heutzutage niemand mehr essen.
Mit ihren Streuobstwiesen leisten die Kranzbinder einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der alten Obstsorten. Da es sich wirtschaftlich nicht rechnet, besteht seitens der Obstbauern kein Interesse, nicht vermarktbare Sorten zu pflanzen. Diese Arbeit muss von Vereinen wie den "Kranzbindern" geleistet werden. Apfelexperte Prigge ist gerade dabei, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben: Wenn er das Amt des "Chef-Pomologen" im Verein abgibt, hat er mit Kai Minkus einen kompetenten Nachfolger.