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Wo Captain Kirk und Mr. Spock Plattdeutsch sprechen: Wiegerser Bürger synchronisieren "Raumschiff Enterprise"

Sabine Viets, Rainer Sindermann und Alois Arbeit sind drei von 17 Plattdeutsch-Freunden, die eine Folge von "Raumschiff Enterprise" übersetzt haben
Im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee: Captain Kirk, Mr. Spock, "Pille" und Uhura sprechen Plattdeutsch. Rund 15 Bewohner aus Wiegersen haben eine Folge der Serie "Raumschiff Enterprise" synchronisiert. "Ab einer Promille wird hier auf Feiern nur noch Platt gesprochen", scherzt Sabine Viets, die mit einer weiteren Sprecherin die Rolle von Lieutenant Uhura übernommen hat. "Schon mit 18 Jahren haben wir mal beschlossen: Irgendwann drehen wir einen Western auf Platt. Seitdem ist das auf fast jeder Party Gesprächsthema."
Schließlich musste erst ein Westfale kommen, um den Plan zu realisieren. Hobbyfotograf Rainer Sindermann, seit rund 15 Jahren in Wiegersen, war auch nach der Party von der Idee begeistert, einen Film zu übersetzen. Kurzentschlossen richtete er ein kleines Tonstudio ein. Seine Wahl fiel auf die Enterprise-Folge "Trouble with Tribbles" (Ärger mit den Tribbles), die in der neuen Fassung "De Katteker - dor büss wo platt" ("Die Eichhörnchen - da bist wohl platt") heißt. Fast zwei Jahre nahm das Projekt in Anspruch und das Ergebnis ist beeindruckend: Die Lippenbewegungen der Schauspieler sind fast immer synchron, die Tonqualität überraschend gut. Und vor allem: Alle Beteiligten hatten einen Riesenspaß. Einige Sprecher wie Uwe Scharlau haben extra Plattdeutsch gelernt. Geduldiger Lehrer war Alois Arbeit, der seine Stimme einem "fiesen Klingonen" lieh und auch streng auf die stimmige Synchronisation achtete. Für den gebürtigen Polen Richard Skrzekowski, der im Film einen Tschechen spricht, wurde das Manuskript in Lautschrift angefertigt.
Wer konnte, übersetzte seine Rollen selbst, nachdem Sabine Viets die Sprechrollen abgetippt hatte. "Die Szenen wurden dann alle einzeln aufgenommen und im Anschluss zusammen geschnitten", erklärt Rainer Sindermann, der für die gesamte Technik zuständig war. "Ich hatte zum Schluss rund 200 Puzzle-Teile, die ich zu einem Film zusammenfügt habe. Die Arbeit war technisch sehr interessant, aber aufwendig."
Gezeigt wird der 50 Minuten lange Film nur im privaten Umfeld. Damit ist in Wiegersen die Idee vom Western auf Platt aber noch lange nicht ad acta gelegt: Alois Arbeit wünscht sich Bonanza auf Plattdeutsch.
Für Fragen zum Projekt steht Rainer Sindermann gerne zur Verfügung: sinfotos@email.de