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Abriss ist wahrscheinlich

Dem Delmer Hof in Apensen droht der Abriss

jd. Apensen. Keine Zukunft für den Delmer Hof: Gemeinde wird Neubau wohl zustimmen müssen.

Es läuft wohl alles auf einen Abriss des Delmer Hofes hinaus: Zumindest das Hauptgebäude der Traditionsgaststätte im Herzen von Apensen ist nicht mehr zu retten. Davon geht geht nicht nur der Immobilienmakler Nils Rademacher aus, der sich derzeit nach Käufern für das mehr als 100 Jahre alte Gebäude mitsamt Grundstück umschaut. Auch Apensens Bauamtsleiterin Sabine Benden ist der Ansicht, dass aufgrund der maroden Bausubstanz keine Sanierung mehr möglich ist. Anders sieht es beim Festsaal aus: Der ließe sich als Veranstaltungszentrum herrichten. Allerdings wäre der Aufwand beträchtlich.
Aufgrund der vom Rat beschlossenen Erhaltungssatzung für den Ortskern kann die Gemeinde zwar die Zustimmung zu einem Abbruch des Delmer Hofes verweigern. Doch das ist nur eine theoretische Option: "Wir wollen nur den Fuß in der Tür haben", sagt Benden. Gäbe es die Satzung nicht, könnten mögliche Investoren durch einen Abriss vollendete Tatsachen schaffen, ohne die Gemeinde vorher fragen zu müssen. "Damit hätten wir jede Chance verspielt, auf die städtebauliche Entwicklung unserer Dorfmitte Einfluss zu nehmen", sagt Benden.
Die Entscheidung liege letztlich bei den Politikern, so die Bauamts-Chefin. Doch sie ist überzeugt davon, dass auf jeden Fall ein Teilabriss des Gebäude-Komplexes, der jetzt mitsamt 2.800-Quadratmeter-Grundstück für 350.000 Euro zum Verkauf steht, erfolgen wird. Laut Auskunft von Benden hatte die Gemeinde im Rahmen der Gefahrenabwehr einen Gutachter beauftragt. Dieser sieht zwar keine akute Einsturzgefahr, doch das Haupthaus mit Küche und Gaststube soll so baufällig sein, dass nur ein Abriss in Betracht komme.
In einem erheblich besseren baulichen Zustand ist der 380 Quadratmeter große Festsaal. Makler Rademacher ist hin und weg von dessem Ambiente: "Dieser Saal hat richtig Stil. Wo gibt es so etwas noch", schwärmt der Immobilien-Experte. Er hat sich bereits unter Gastronomen umgehört, ob nicht jemand interessiert ist, den "Prachtbau" zu bewirtschaften. Der Saal sei ideal für große Feiern und besondere Veranstaltungen, so Rademacher.
Der Makler ist allerdings skeptisch, ob sich wirklich ein Wirt finden wird, der ein solches Wagnis eingeht: Rund 800.000 Euro würde es inklusive Kaufpreis kosten, den Saal zu sanieren und einen Nebentrakt mit Küche und Toiletten anzubauen. "Es wird wohl eher auf einen Totalabriss hinauslaufen", meint Rademacher.
Er hält es für denkbar, ein zweistöckiges Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. "Wenn plausibel dargelegt wird, dass ein Erhalt des Saales wirtschaftlich nicht vertretbar ist, müssten wir einem Neubau zustimmen oder das Gebäude selbst erwerben", erklärt Benden. Und dafür habe die Gemeinde kein Geld.