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Baumriesen droht die Fällung: Grünen und Freie Wähler in Apensen wollen alte Blutbuche retten

Ein imposanter Baum: die Blutbuche in Apensen
jd. Apensen. Wer in Apensen an der Tankstelle in Richtung Kammerbusch abbiegt, dem sticht sie sofort ins Auge: die große Blutbuche an der Zevener Straße. Der massige Baum, der schätzungsweise weit mehr als 100 Jahre alt ist, ragt mit seiner wuchtigen Krone weit über die Fahrbahn. Doch die Tage dieser gewaltigen Buche, die hinsichtlich der Größe und Erscheinung in Apensen ihresgleichen sucht, sind offenbar gezählt. Der majestätische Baum steht auf einem bislang unbebauten Grundstück, auf dem nun ein Haus errichtet werden soll. Gegen die Baumfällung formiert sich jetzt Protest.

"Diese Buche muss bleiben", sagen Grüne und Freie Wählergemeinschaft. Beide Fraktionen im Apensener Rat haben sich zusammengetan, um eine Initiative zum Schutz der Blutbuche zu starten. Die Politiker halten eine Abholzung für "völlig unnötig". Ihr Argument: Es gebe genügend Bauplätze in Apensen, bei denen kein Baum geopfert werden müsse. Wenn ein Bauherr befürchte, dass ein großer Baum sein Haus beschatte, dann müsse er eben woanders bauen.
Die "Baumschützer" wurden hellhörig, nachdem der Grundstückskäufer bei der Gemeinde angefragt hatte, ob es zulässig sei, die Buche zu fällen. Von dort gab es grünes Licht: "Wir haben im Moment keine rechtliche Möglichkeit für ein Fäll-Verbot", erklärt Apensens Gemeindedirektor Peter Sommer. Ein Bebauungsplan mit den sonst üblichen Festsetzungen zum Schutz einzelner Bäume bestehe in diesem Bereich nicht, so Bauamtsleiterin Sabine Benden: "Das Grundstück darf im Rahmen der Nachverdichtung bebaut werden, ohne dass die Gemeinde große Einflussmöglichkeiten hat. Für einen einzelnen Baum können wir keinen B-Plan aufstellen."

Als Handhabe bleibt daher nur noch das Naturschutzgesetz: Das sieht die Möglichkeit einer "einstweiligen Sicherstellung" vor. Diese könnte per Verwaltungsakt von Rathauschef Sommer vorgenommen werden. Allerdings ist der rechtliche Rahmen dafür sehr eingeschränkt: Er könne bestimmte Bäume mit ortsbildprägendem Charakter nur vorläufig sichern, wenn die Gemeinde eine Baumschutzsatzung erhalte. Um zu verhindern, dass vor dem Inkrafttreten einer solchen Satzung die Grundeigentümer überall die Axt anlegen, gebe es die Option der Sicherstellung.

"Um handeln zu können, benötige ich daher den förmlichen Beschluss des Rates über die Aufstellung einer Baumschutzsatzung", erläutert Sommer. Er hat nun kurzfristig eine Ratssitzung anberaumt. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Satzung: "Die Entscheidung über die Baumschutzsatzung liegt jetzt bei der Politik", sagt Sommer: "Wir haben vom Landkreis die Mitteilung erhalten, dass die Naturschutzbehörde nicht zuständig sei."

• Der Rat der Gemeinde Apensen kommt am Donnerstag, 6. August, im "Junkernhof" (Rathaus), Buxtehuder Straße 27, zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen. Dann wird über den Erlass einer Baumschutzsatzung beraten. Beginn ist um 20 Uhr.