Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Beckdorf reagiert auf Spielhallen-Anfrage

jd. Beckdorf. Erst Ende Juni hatte die Gemeinde Beckdorf die Vergnügungssteuersatzung abgeschafft. Jetzt wird die Satzung wieder eingeführt - allerdings in einer modifizierten Fassung. Gestern Abend hatte der Rat das Thema auf seiner Tagesordnung. Es ist davon auszugehen, dass die neue Satzung beschlossen wurde. Diese bezieht sich nur noch auf Spielhallen. Davon gibt es zwar noch keine in Beckdorf, doch eine erste Anfrage liegt bereits vor.

Spielhallenbetreiber wandern jetzt vermehrt auf das Land ab, nachdem aufgrund des Glücksspielstaatsvertrages etliche Automaten-Casinos in den Städten schließen mussten (das WOCHENBLATT berichtete). Auch in Buxtehude waren Spielhallen betroffen. Nun sieht man sich in den umliegenden Gemeinden um. Ins Auge gefasst wird das ehemalige Firmengelände des Autohauses Meyer. Dort befinden sich neben der jetzigen HEM-Tankstelle noch Gebäude. In einem davon wird nun beabsichtigt, eine Spielhalle einzurichten, was bei der Gemeinde Beckdorf auf wenig Gegenliebe stößt.

Deshalb soll künftig analog zum Nachbarn Apensen auf die Einnahmen aus den Spielautomaten, die sogenannte Bruttokasse, eine Steuer in Höhe von 20 Prozent erhoben werden. Dieser im Vergleich zu anderen Kommunen recht hohe Prozentsatz soll eine abschreckende Wirkung haben. Rundherum liegen die Sätze zum Teil deutlich niedriger: Horneburg erhebt 15 Prozent, Buxtehude 14 Prozent und Harsefeld sogar nur zehn Prozent. Ob Beckdorf damit tatsächlich vermeiden kann, dass sich eine Spielhalle ansiedelt, bleibt abzuwarten.

Für die Abschaffung der Vergnügungssteuersatzung vor drei Monaten gab es gute Gründe: Die Gemeinde hätte seit Jahren von Vereinen wie den Kranzbindern Vergnügungssteuer kassieren müssen, wenn diese Veranstaltungen ausrichten. Darauf hatte das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises hingewiesen (das WOCHENBLATT berichtete). Um das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen nicht noch abzustrafen, wurde die bisherige Satzung per Ratsbeschluss ersatzlos gestrichen.