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Dringend gesucht: ein Brandschutzexperte in Apensen

In vielen Wohngebieten wird der Brandschutz über die Trinkwasserleitung gesichert. Im Notfall zapft die Feuerwehr die Leitung über Hydranten an (Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)
Ohne Gemeindebrandmeister sieht Samtgemeindedirektor Peter Sommer den Brandschutz in Apensen gefährdet. Das teilte er den Lokalpolitikern auf der vergangenen Ratssitzung mit. Die Ortswehren seien zwar gut ausgestattet und einsatzfähig, aber ein Gemeindebrandmeister habe mehr Aufgaben, als Einsätze zu leiten. So wird sein Fachwissen z.B. für den Brandschutz bei Neubauten benötigt, unter anderem muss die Anzahl der Hydranten berechnet werden. Denn der Brandschutz in Wohngebieten ist über die Trinkwasserleitungen gesichert. "Bei mir liegen aktuell Bauanträge für die geplanten Mehrfamilienhäuser gegenüber Lidl auf dem Tisch", sagt Bauamtsleiterin Sabine Benden. Und niemand kann mir sagen, wie viele Hydranten wir für die Sicherstellung des Brandschutzes brauchen. Ich bekomme langsam kalte Füße." In der Samtgemeinde sind noch viele weitere Bauvorhaben geplant. "Aber wir haben keinen Experten, der Fragen zum Brandschutz beantworten kann", so Benden.
Der bisher amtierende Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann hat sein Amt nach rund 30 Jahren aus Frust über den Streit um die Feuerwehrgerätehäuser geschmissen (das WOCHENBLATT berichtete). Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Das werde auch so bleiben, bis sich die Rahmenbedingungen ändern, sagte Sabine Benden. Und erhielt dafür Applaus von den rund 15 Feuerwehrkameraden aus dem Publikum. Der Landkreis ist nicht zuständig, eine Lösung zu finden. Von den benachbarten Feuerwehren bekommt die Gemeinde ebenfalls keine Unterstützung. "Sie erklären sich mit unserer Feuerwehr solidarisch", weiß Sabine Benden.
"Dann müssen wir die Dienstleistung einkaufen", schlug Ruth Uhlendorf (CDU) vor. Frank Buchholz (Freie Wählergemeinschaft) wies darauf hin, dass die Stelle ausgeschrieben werden müsse. "Es kann doch nicht sein, dass wir ein Baugebiet stoppen, weil wir die Anzahl der Hydranten nicht berechnen können." Laut Peter Sommer könnte es eine Lösung sein, einen Verwaltungsfachangestellten für den Feuer- und Brandschutz einzustellen. Er schlug vor, die Stelle mit zehn Wochenstunden auszuschreiben und ein Jahr lang zu befristen. Die Politiker stimmten per Abstimmung zu. Auch der Vorschlag von Volker Gollnick, Gepräche mit der Feuerwehr zu führen, wurde per Abstimmung angenommen. Der Kommunalpolitiker, der für die CDU im Rat sitzt, hatte dazu geraten, die Feuerwehr zu fragen, unter welchen Bedingungen sie einen Gemeindebrandmeister stellen würden.