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Pläne für die Feuerwehrgerätehäuser in Apensen wieder gestoppt

Das Feuerwehrgerätehaus in Apensen genügt heutigen Ansprüchen nicht mehr
Nach fünf Jahren Streit, Hoffnung und Frustration sind alle Bemühungen, in der Samtgemeinde Apensen drei neue Gerätehäuser zu bauen, wieder beim Nullpunkt angelangt. Nachdem mit Bernd Grambow jetzt der dritte Architekt den Bau der Häuser geplant hat, hat das Rechnungsprüfungsamt Stade die Samtgemeinde darauf aufmerksam gemacht, dass die Architektenleistung europaweit ausgeschrieben hätte werden müssen. Das ist dann der Fall, wenn das Architektenhonorar die Summe von 200.000 Euro überschreitet.
Die zentrale Frage, die Samtgemeindedirektor Peter Sommer gerade klären lasst, lautet: Gilt der Bau der drei Gerätehäuser in Apensen, Sauensiek und Beckdorf als ein Projekt oder als drei einzelne Projekte? Ist es ein Projekt, würde das Architektenhonorar die magische Summe von 200.000 Euro übersteigen. Bernd Grambow hat bereits ein Pauschalangebot der Samtgemeinde abgelehnt, das geringfügig unter dieser Summe lag.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch: Bei drei Projekten muss nicht europaweit ausgeschrieben werden. "Die Frage nach der Projektzahl ist aufgetaucht, weil der Bau der Häuser mittlerweile in zeitlich engem Zusammenhang steht", erklärt Peter Sommer. Dennoch sieht der Samtgemeindedirektor den Bau der Häuser als getrennte Vorhaben an: "Die Ortsfeuerwehren haben sich selbstständig gegründet, die Freiwillige Feuerwehr in Beckdorf hat nichts mit der in Sauensiek oder Apensen zu tun", sagt er.
Die Forderung der Feuerwehrunfallkasse zu erfüllen, bis zum 31. Dezember 2014 ein neues Feuerwehrgerätehaus in Apensen zu bauen, kann die Samtgemeinde nicht mehr schaffen. Auch sind bereits rund 300.000 Euro an Planungskosten verbrannt: Das Honorar für den ersten Architekten, Florian Kissing, lag bei 200.000 Euro. Der zweite Architekt, die Firma Bau-Tec, erhielt 24.000 Euro für seine Pläne. Bernd Grambow bekommt für die bislang gebrachte Leitung etwa 70.000 Euro. Zusätzlich musste die Samtgemeinde für rund 1.100 Euro monatlich einen feuerschutztechnischen Verwaltungsangestellten einstellen, weil der Gemeindebrandmeister Dammann im vergangenen Frühjahr sein Amt aus Frust über die politischen Entscheidungen hingeworfen hatte.
Als Kurt Matthies, Bürgermeister der Gemeinde Apensen, am vergangenen Freitag bei der Jahreshauptversammlung der Apensener Feuerwehrs eine Ansprache halten wollte, verließen etliche Feuerwehrkameraden den Raum. Als SPD-Mitglied gehörte Matthies zu den Ratsherren, die Anfang 2013 gegen den Architekten Bau-Tec gestimmt hatten, obwohl dieser in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bereits realisierbare Pläne vorgelegt hatte. Bau-Tec war zuvor von der CDU als Alternative zum ersten Architekten, Florian Kissing, ins Boot geholt worden und wurde auch von den Mitgliedern der Freien Wählergemeinschaft sowie der Feuerwehr unterstützt. Nachdem es im Sommer 2012 um die Frage Kissing oder Bautec gegangen war, zog die demokratische Mehrheit, SPD und Grüne, überraschend mit Bernd Grambow einen weiteren Architekten aus dem Ärmel, und die Planungen gingen zum dritten Mal ganz von vorne los.