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Sauensiek wehrt sich gegen geplanten Windkraftanlage

Rolf Suhr auf dem Aussichtsturm am Litberg - mit der guten Sicht könnte es bald vorbei sein: Die geplanten Windräder würden etwa auf Höhe der gelben Rapsfelder stehen und doppelt so hoch sein, wie die Windanlagen rechts im Bild
Sauensiek: Litberg | Ein herrliches Sauensieker Ausflugsziel ist in Gefahr: Der Landkreis Harburg plant, bei Regesbostel direkt an der Kreisgrenze einen Windpark zu errichten. Etwa zehn rund 200 Meter hohe Windkrafträder sollen dann von Regesbostel in Richtung Goldbeck bis zum Goldbecker Weg aufgestellt werden. Das Kuriose an dem Plan: In direkter Nachbarschaft zum geplanten Windpark befindet sich in Sauensiek der Litberg, mit 65 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung im Landkreis Stade. Aufgrund der traumhaften Sicht in alle Himmelsrichtungen wurde dort vor sechs Jahren mit EU-Fördermitteln ein Aussichtsturm, der sogenannte Gaußturm, errichtet. Bei guter Sicht können die Besucher von dort bis nach Hamburg blicken. Das wäre mit dem Bau der Windanlage vorbei. "Wir brauchen keinen Aussichtsturm, um auf Windräder zu schauen", sagt Sabine Benden, Vize-Verwaltungschefin der Samtgemeinde Apensen. Und auch Rolf Suhr, Bürgermeister von Sauensiek, spricht sich vehement gegen die Errichtung der Windkraftanlage aus. "Wir erwarten, dass uns die Samtgemeinde Apensen und auch der Landkreis Stade unterstützen", sagt er. Der Windpark sei zudem aufgrund des Schattenwurfs der Windräder, der roten Blinklichter und des Geräuschspegels eine massive Beeinträchtigung für Mensch und Tier. "Das Gebiet hier ist ein beliebtes und sehr gut besuchtes Naherholungsgebiet", so Rolf Suhr. Darüber hinaus hat der Litberg historische Bedeutung: In den Jahren 1822 bis 1825 führte der Physiker Carl Friedrich Gauß aufgrund der erwähnten guten Sicht nach Hamburg-Altona, Elmshorn und zum Wilseder Berg von dort aus seine Vermessungsarbeiten durch.
Anfang Mai soll der erste Entwurf des regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Harburg ins Verfahren gehen. Dann werden die Sauensiker offiziell Stellungnahmen abgeben. "Aber wir weisen schon jetzt darauf hin, dass wir durch die Windparkanlage massiv betroffen sind", so Rolf Suhr.