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Wird Buchholz Bürgermeister? - In der Gemeinde Apensen einigen sich CDU und FWG auf gemeinsamen Kandidaten

So können "Ü-Eier" auch genutzt werden: In die gelben Kapseln werden die Zettel mit den Namen der Kandidaten gesteckt (Foto: jd)
Bis vor Kurzem hielten alle drei Bewerber für den Bürgermeister-Posten in der Gemeinde Apensen an ihrer Kandidatur fest: Sowohl Frank Buchholz von der Freien Wählergemeinschaft (FWG), der persönlich mit Abstand die meisten Stimmen holte, als auch seine Kontrahenten von CDU und SPD, Andreas Steltenpohl bzw. Dr. Karin Siedler-Thul, wollten auf der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am morgigen Donnerstag, 3. November, ihren Hut in den Ring werfen. Doch jetzt ist einer aus dem Rennen: Steltenpohl verzichtet, dafür will die CDU Buchholz unterstützen.

Damit landen die Genossen auf dem Abstellgleis: SPD-Ratsfrau Siedler-Thul wollte trotz des Wahldebakels, bei dem die SPD von 38 auf rund 15 Prozent abrutschte und die Hälfte ihrer bisherigen sechs Ratsmandate einbüßte, ihren Parteifreund Kurt Matthies beerben, der nicht wieder zur Wahl angetreten war. Daraus wird nun wohl nichts, wenn die CDU als größte Fraktion (sechs von 15 Ratssitzen) jetzt den FWG-Kandidaten wählen will. Die FWG hat wie die SPD drei Mandate. Mit zwei Sitzen ist die UWA (Unabhängige Wählervereinigung Apensen) vertreten und die Grünen kommen nur auf ein Mandat.

Geht man nach den persönlichen Wahlergebnissen, so hat FWG-Mann Buchholz klar die Nase vorn - mit 553 Stimmen. Siedler-Thul holte 213 Kreuzchen und Steltenpohl 146. Dieses Wählervotum hat die CDU nun offenbar zur Kenntnis genommen: „Bürgermeister soll derjenige werden, für den die meisten Bürger gestimmt haben - und das ist nun einmal Frank Buchholz“, sagt CDU-Fraktionschef Markus Löhden. Vorwürfe seitens der SPD, die CDU betreibe „undurchsichtige Machtspiele“, weist er zurück: „Frau Siedler-Thul hat ein Gesprächstermin mit uns platzen lassen. Dann darf sie sich nicht beschweren.“

Auch Buchholz musste sich im Vorfeld Kritik von der SPD gefallen lassen: Buchholz‘ Wahl sei problematisch. Wenn er gleichzeitig Vorsitzender des Realverbandes und Apenser Bürgermeister sei, bestehe die „Gefahr von Interessenkonflikten“. Dazu der knappe Kommentar des FWG-Manns: „Ich trete natürlich von meinem Posten beim Realverband zurück, wenn ich Bürgermeister werde.“

Da im Vorfeld offenbar alles geklärt ist, dürfte Buchholz wohl bereits im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit erhalten. Dabei sah es bislang nach einem Patt aus - wenn nämlich die UWA ebenso wie die Grünen die SPD-Kandidatin unterstützt hätte. Dann wäre Buchholz auf der Strecke geblieben und zwischen Steltenpohl und Siedler-Thul hätte gelost werden müssen. Rathauschef Peter Sommer hatte sich schon auf einen Losentscheid vorbereitet: „Die Namen kommen in die Kapseln von zwei Überraschungs-Eiern.“ Die Verwaltung habe schon mal die Schoko drumherum „vernichtet.“

Die Schoko wurde nun ganz unnötig vertilgt: „Über ein so wichtiges Amt wie das des Bürgermeisters darf einfach nicht per Los entschieden werden“, meint CDU-Mann Löhden.

Der neue Rat entscheidet auch über den Gemeindedirektor: Buchholz will Bauamtsleiterin Sabine Benden für den Posten vorschlagen. Bislang bekleidet Sommer dieses Amt.

• Die konstituierende Ratssitzung findet am Donnerstag, 3. November, um 19 Uhr im Apenser Rathaus statt.