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Polizei fasst chilenische Einbrecherbande

Ein Beamter fotografiert sichergestellten Schmuck (Foto: Polizei)
thl. Buchholz. Ein schwerer Schlag gegen Wohnungseinbrecher gelang der Ermittlungsgruppe "Nord" in Buchholz am Freitagabend, als die Kriminalisten aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg um 20 Uhr in Hamburg-Rahlstedt vier Chilenen im Alter von 25 bis 61 Jahren festnahmen. Die Südamerikaner werden für eine Vielzahl von Haus- und Wohnungseinbrüchen in den drei Ländern verantwortlich gemacht.
Im Herbst letzten Jahres waren die Chilenen nach Deutschland eingereist und in Rahlstedt bei einer 57-jährigen Landsmännin untergekommen.
Aus der Wohnung heraus operierte das Quartett fortan im Hamburger Umland. Besonders die A 1 und die A 24, aber auch stark befahrene Bundesstraßen führten die Tatverdächtigen zu ihren Tatorten, die z.B. im Bereich Tostedt, in Elsdorf im Landkreis Rotenburg, im Umland von Lüneburg oder rund um Ratzeburg im Herzogtum Lauenburg lagen. Auch Hamburg und vermutlich ebenso den Bremer Bereich suchten die Einbrecher auf.
Eine der ersten Taten registrierten die Ermittler Ende November in Drestedt. Hier stiegen die Täter während der Tageszeit in ein Haus an der Bahnhofstraße ein und stahlen einen Tresor, Sparbücher, Schmuck und Uhren. Was die Gauner nicht wussten: Der Polizei gelang es, eine ganze Reihe von Spuren zu sichern, die später für die Überführung der Bande noch wichtig werden sollte. Viele dieser Spuren stimmten mit denen an anderen Tatorten überein, fanden die Ermittler heraus. Es ergab sich eine Serie über die drei Nord-Länder.
Dazu kam ein weiteres Puzzlestück: Ein Hamburger Autovermieter hatte einen dunkelblauen Kia Shuma mit Berliner Kennzeichen an einen 27-jährigen Chilenen vermietet. Das Auto wurde nicht zurückgegeben. Als der Vermieter es in Hamburg auffand, flüchtete der Mieter mit dem Fahrzeug und überfuhr dabei noch fast den Autovermieter. Das Fahrzeug wurde später sichergestellt werden und bildete einen weiteren Ermittlungsbaustein.
Die nun gegründete Ermittlungsgruppe "Nord" fahndete intensiv nach den Tätern. Es gelang immer mehr Bausteine zusammenzufügen, so dass die Fahnder davon ausgehen, dass mehr als 40 Taten auf das Konto der Einbrecherbande gehen. Zwischendurch nutzten die Täter einen grünen Mini mit Münchener Kennzeichen und einen schwarzen Fiat Seicento mit einem gestohlenen Hamburger Kennzeichen.
Am Freitag fuhren drei Männer des Einbrecher-Quartetts erneut auf Diebestour. Diesmal mit einem im September in Hamburg gestohlenen blauen VW Touran. Inzwischen waren die Beamten ihnen aber schon ganz dicht auf den Fersen. In Schwarzenbeck kam es zu zwei Wohnungseinbrüchen. Als die drei Einbrecher mit dem Diebesgut in die Rahlstedter Wohnung zurückkehrten, schlugen die Spezialkräfte der Polizei zu und drangen schlagartig in die Wohnung der Chilenin ein. Darin fanden die Beamten neben den vier Tatverdächtigen und der als vermutliche Logistikerin tätigen Wohnungsgeberin umfangreiches Diebesgut aus zahlreichen Wohnungseinbrüchen, das mit einem Transporter abgefahren werden musste.
Die Polizei geht davon aus, dass mittels des Stehlgutes der Einbrecherbande noch weitere Taten zugeordnet werden können, zumal
auch zahlreiche gesicherte Spuren an Tatorten nun gezielt auf Übereinstimmung überprüft werden können. Die weiteren Ermittlungen dürften allerdings noch Monate in Anspruch nehmen. Gegen die vier Chilenen wurde Haftbefehl erlassen.