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Weniger Unfälle im Landkreis Harburg

Stellten die Unfallstatistik vor: (v. li.) Dirk Poppinga, Lothar Reinhard und Wilfried Reinke

Polizeiinspektion legt Unfallstatistik vor / Fahranfänger bei der Prävention weiter im Fokus

os. Buchholz. Die Zahl der Unfälle im Landkreis Harburg ist im vergangenen Jahr zurückgegangen: Insgesamt habe man 5.933 Unfälle aufgenommen (2013: 6.106), erklärte Lothar Reinhard, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Harburg, am Montag in Buchholz bei der Vorstellung der Unfallstatistik. Alle 89 Minuten habe sich ein Unfall ereignet, alle acht Stunden gab es einen Wildunfall, berichtete Reinhard.
Bei den Verkehrsunfällen kamen im vergangenen Jahr neun Menschen ums Leben (2013: ebenfalls 9), 142 Verkehrsteilnehmer erlitten schwere Verletzungen (2013: 149). Gerade bei letzterer Statistik gebe es eine positive Entwicklung: Die Zahl der Schwerverletzten auf Landstraßen ging um acht auf 41 zurück. „Das ist die Folge von vermehrten Kontrollen, die wir auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften durchgeführt haben“, schlussfolgerte Reinhard. Als Beispiel nannte er den Blitzmarathon, den die Polizei bundesweit organisierte.
Besonders betroffen von Unfällen mit Verletzten oder gar Toten sind nach wie vor Fahranfänger von 18 bis 24 Jahren sowie Senioren ab 65 Jahren. „Hier werden wir bei unseren Präventionsmaßnahmen weiter den Schwerpunkt legen“, erklärte Polizeirat Wilfried Reinke.
Diese reichen von einem Fahrschulprojekt bis zur Unterstützung des Fernfahrerstammtisches der Polizeidirektion Lüneburg, erklärte Verkehrsberater Dirk Poppinga. Bei den Präventionsmaßnahmen habe man starke Partner wie die Verkehrswacht an seiner Seite. „Ohne sie würde unser umfangreiches Programm nicht möglich sein“, so Poppinga.
Mit dem Fahrschulprojekt hofft die Polizei, zukünftige Autofahrer frühzeitig zum sicheren Fahren sensibilisieren zu können. Dafür kommen speziell ausgebildete Moderatorenteams der Polizei in die Theoriestunden in Fahrschulen und klären anhand von Unfällen, die tatsächlich in der Region stattgefunden haben, über die Risiken im Straßenverkehr auf. „Unser Angebot ist offiziell als theoretische Fahrstunde anerkannt“, sagt Poppinga. Interessierte Fahrschulen könnten sich melden, im Internet hat die Polizeiinspektion eine Facebook-Seite eingerichtet (www.facebook.com/fahrschulprojektwl). Insgesamt sei die Prävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Poppinga: „Wir müssen jungen Menschen immer wieder verdeutlichen, dass sie nicht nur auf sich selbst achten müssen, sondern auch Rücksicht auf andere nehmen müssen.“
Fortgeführt werden soll das Schutzengelprojekt, das der Landkreis Harburg federführend organisiert. Es richtet sich vor allem an junge Frauen, die auf ihre männlichen Begleiter aufpassen sollen. Ebenfalls etabliert sind die Radfahrprüfungen, die die Verkehrswacht mit Dritt- und Viertklässlern im gesamten Kreisgebiet durchführt. Weitere Maßnahmen sind u.a. die Aktion „Wiederaufsteiger“ für Motorradfahrer nach der Winterpause, die am 19. April in Meckelfeld stattfindet (das WOCHENBLATT berichtete), sowie ein Verkehrssicherheitstag, der im Rahmen des Fernfahrerstammtisches am 5. August an der Rastanlage Ostetal durchgeführt wird.
Einen Tipp hat Dirk Poppinga noch, um Unfälle durch Radfahrer zu vermeiden: An Ze-
brastreifen haben Radler keinen Anspruch auf Vorfahrt. Also: absteigen und über den Fußgängerübergang schieben!