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Ärger um den Wiesenweg in Wenzendorf: Anwohner protestieren: „Erschließung auf Kosten der Natur und mit unserem Geld!“

Wollen den Wiesenweg erhalten (v. li.): Silvia und Torsten Heins, Petra Gundelach und Holger Geske
 
Der Verlauf soll um mehrere Meter nach rechts verlegt werden. Petra Gundelach steht am zukünftigen linken Rand
as. Wenzendorf. Vögel zwitschern, der Wind rauscht durch die Blätter, Sonnenstrahlen scheinen durch das grüne Blattdickicht. Der Wiesenweg in Wenzendorf bietet einen idyllischen Anblick.
Einige Anlieger der Waldsiedlung, darunter Holger Geske, Birgit Schmitz, Mario Apmann, Petra Gundelach sowie Torsten und Silvia Heins befürchten, dass sich das jetzt ändern könnte.
Der Grund: Der Wiesenweg, der von der Straße „An der Heide“ abzweigt und in der Nähe des Rollbachs verläuft, soll erschlossen werden. Die Maßnahmen sehen unter anderem den Ausbau und die teilweise Verlegung des Weges vor. „Dieser Ausbau stört das Erscheinungsbild und mindert unsere Lebensqualität im Naherholungsgebiet“, sagt Holger Geske. Denn im Laufe der Jahre ist der Sandweg immer weiter von seinem ursprünglichen Verlauf abgewichen. Um diesen wieder herzustellen, muss der Weg teilweise um mehrere Meter versetzt werden - dafür müssten die mittlerweile dort gewachsenen Bäume und Sträucher weichen. „Hier ist ein Lebensraum für viele Tierarten entstanden, der jetzt zerstört wird“, sagen die Anlieger. „Bei Vermessungen wurde festgestellt, dass der Sandweg auf Privatgrundstücke herübergeschwenkt ist und nicht mehr auf der Trasse liegt, die der Gemeinde gehört“, sagt Bürgermeister Manfred Cohrs. Der Ausbau der Straße würde jetzt gemäß des Bebauungsplans aus dem Jahr 2009 erfolgen. Einige der Anlieger fühlen sich jetzt von dieser Maßnahme überrumpelt.
Hinzu kommt, dass es sich nach Ansicht der Gemeinde um eine Ersterschließung handelt, für die die Grundstückseigentümer aufkommen müssen. Die zu erwartenden Kosten sollen bei circa 5,10 Euro pro Quadratmeter liegen - bei Grundstücken von 3.600 oder 5.100 Quadratmetern kommen so Summen von 18.400 Euro beziehungsweise 26.000 Euro zustande. „Wir sind alle keine Großverdiener, wir sind Rettungsdienstler, Rentner und Klempner. Für uns sind 18.000 Euro eine ganz schöne Stange Geld“, sagt Holger Geske. Auf einer Versammlung im April wurden die Anlieger über die Baumaßnahmen informiert. „Wir wurden dort einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Petra Gundelach. „Dem Ausbau liegen einstimmige Beschlüsse zugrunde, die Pläne sind ordnungsgemäß ausgeschrieben. Alles ist absolut transparent abgelaufen“, sagt hingegen Manfred Cohrs.
„Uns wurde beim Kauf versichert, dass keine weiteren Erschließungsmaßnahmen vorgesehen sind“, sagt Petra Gundelach, die erst vor wenigen Jahren das Grundstück erworben hat. Familie Heins und Holger Geske hingegen wurde beim Kauf seitens des Maklers versichert, dass die Gemeinde für eine mögliche Erschließung aufkäme. „Wir haben die damaligen Anwohner bei der Änderung des Bebauungsplans über die geplanten Erschließungsmaßnahmen informiert. Wenn sie ihren Nachfolgern nichts darüber gesagt haben, ist das sehr ärgerlich - allerdings hätten sich die jetzigen Anlieger vor ihrem Grundstückserwerb auch bei der Gemeinde über geplante Erschließungsmaßnahmen erkundigen können“, so der Bürgermeister. Die Vorbereitung für die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange, die Bäume, darunter auch mehrere Ahornbäume, sind bereits markiert und sollen ab dem 1. Oktober gefällt werden. „Verständlicherweise haben einige der Anlieger ein Problem mit ihren Beiträgen. Letztendlich bedeutet die Erschließung aber auch eine Wertsteigerung ihrer Grundstücke“, so Cohrs.
Mehrere Male versuchten die Anwohner, Unterlagen zum Ratsbeschluss über den Ausbau anzufordern - vergebens. „Uns wurde mitgeteilt, dass der Beschluss nicht auffindbar sei, dann hieß es, dass er online einzusehen ist. Wir haben ihn nicht gefunden“, sagt Petra Gundelach. Sie hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet, um gegen den Ausbau vorzugehen.