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Ameisen mussten umziehen

Die roten Waldameisen wurden umgesiedelt
bim. Buchholz. Sie gelten als "Giganten des heimischen Waldes", denn sie erfüllen eine wichtige Aufgabe im Naturkreislauf: die roten Waldameisen. Rund 1,8 Millionen von ihnen mussten nun wegen der Arbeiten zum Bau der Ortsumgehung in Buchholz-Dibbersen umziehen. "Waldameisen sind besonders streng geschützt. Sie unterliegen dem Bundes- und Landesnaturschutzgesetz und der Bundesartenverordnung", so der Ameisenschutzbeauftragte Uwe Gamradt.
Die Tiere dürfen normalerweise nicht belästigt oder gestört werden. Die Umsiedlung des Ameisenhügels bedeutete für die ca. acht Millimeter großen "Krabbler" natürlich einen großen Eingriff. Als die erste Schaufel im Nest versenkt wurde, waren die Arbeiterinnen in höchster Alarmbereitschaft und versuchten die vermeintlichen Angreifer durch Versprühen ihrer Ameisensäure einzuschüchtern.
"Ameisen vertilgen pflanzliche und tierische Nahrung. Sie sind nützlich, weil sie sogenannte Schadinsekten und Raupen vernichten. Und dabei können sie einiges wegschleppen", so Förster Torben Homm. Welch gigantische Kräfte die kleinen Ameisen haben, bewiesen die Einrichtungsgegenstände", denn das Nest war auch mit reichlich Steinen ausgestattet. Unter den rund 1,8 Millionen Bewohnern des Hügels können 500 bis mehrere 1.000 Königinnen sein, die ganz tief im Boden des Nestes sitzen in den Königinnenkammern. Die Männchen (Drohnen) treten nur während der Paarungszeit von Mai bis Juni auf und haben eine Lebenserwartung von wenigen Tagen.
Die Buchholzer Ameisen wurden in vier große Tonnen verpackt und in den Interessentenforst Dibbersen zu einem alten Stubben gebracht. Ob die Umsiedlung erfolgreich war, wird Uwe Gamradt in den kommenden fünf Wochen weiter beobachten.
Obwohl die "Ameisenretter" ehrenamtlich im Einsatz waren, kostet die Umsiedlung 500 Euro. Diesen Betrag zahlt das Amt für Landesentwicklung in Lüneburg an die Ameisenschutzwarte, Regionalgruppe nördliches Niedersachsen. Die Ameisenschutzwarte hat sich insbesondere dem Schutz der hügelbauenden Arten, von denen es neun in Deutschland gibt, verschrieben.