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An Weihnachten im Taxi

Hans Richardt sorgt dafür, dass Weihnachten jeder sicher nach Hause kommt
 
Während andere mit ihrer Familie unterm Tannenbaum sitzen, sind Hans Richardt und sein Team im Einsatz
(as). Das Telefon klingelt. „Taxi Richardt, guten Abend. Wann? Von wo nach wo? Wie ist ihre Handynummer? Ist gut, wir schicken jemanden vorbei.“ Hans Richardt sitzt in seinem Büro am Schreibtisch. Vor ihm steht ein Computerbildschirm, ein Kalender liegt aufgeschlagen auf dem Tisch. Ein Gesteck mit grünen Tannenzweigen und einer Kerze erinnert daran, was für ein Tag heute ist: Es ist Heiligabend. Während viele den Abend im Kreis ihrer Lieben verbringen, gemeinsam Essen und miteinander besinnliche Stunden verbringen, sind Hans Richardt und seine Mitarbeiter mit ihren Taxen unterwegs, um den Feiernden genau das zu ermöglichen. Die Oma, die zu ihrer Familie nach Hamburg gefahren werden möchte, junge Erwachsene, die nach der Bescherung mit ihren Freunden feiern gehen wollen - sie alle rufen ein Taxi und lassen sich bequem von A nach B fahren.
„Heiligabend beginnt bei uns gegen 8 Uhr morgens“, sagt Hans Richardt. Die Fahrtziele sind dann häufig der Einzel- und Lebensmittelhandel. Seine Kunden wollen am Vormittag noch schnell vor der Bescherung letzte Besorgungen erledigen.
Erst ab 13 Uhr, wenn die Geschäfte schließen, wird es kurz ruhiger. Richardt und seine Mitarbeiter nutzen die Zeit, um zu verschnaufen. Der Aufenthaltsraum ist weihnachtlich hergerichtet. Ein kleiner Tannenbaum steht geschmückt in der Ecke, der Tisch ist liebevoll mit einem Weihnachtsgesteck, Mandarinen und Nüssen dekoriert. Richardt legt Wert darauf, dass seine Fahrer in ihren kurzen Pausen einen gemütlichen Rückzugsort vorfinden: Einen festlich gedeckter Tisch, Leckereien zur Stärkung. „Ich möchte meinen Mitarbeitern ihre Arbeit so angenehm wie möglich machen, an den Feiertagen unnötigen Druck vermeiden“, sagt der Inhaber des Taxi-Unternehmens.
Gegen 15 Uhr gehen dann die eigentlichen Weihnachtstouren los. Meist handelt es sich dabei um ältere Fahrgäste, die ihre Kinder im Landkreis oder in Hamburg besuchen möchten. Die Fahrgäste sind in der Regel festlich gekleidet. Sie freuen sich, zu ihren Familien zu kommen und ihre Kinder und Enkel wieder zu sehen. Entspannt plaudern sie mit dem Fahrer und lassen ihn an ihrer Festtagsstimmung teilhaben. In Stress geraten die Fahrer bei diesen Touren nicht, denn in der Regel sind diese Fahrten vorbestellt. Hans Richardt mag diese Touren. „Heiligabend ist das Fahren entspannter und besinnlicher - die Menschen sind nicht so getrieben wie im Alltag“, berichtet er. Ab 18 Uhr wird es in der Taxi-Zentrale wieder ruhiger. „Wir haben intern geregelt, dass die Fahrer dann für zwei, drei Stunden privat zu Hause mit ihrer Familie feiern können“, erklärt Hans Richardt.
Dann ist Schichtwechsel angesagt: Die Nachtfahrer treffen in der Zentrale ein. Sie holen ihre Fahrzeuge am Service-Center ab und überprüfen das Auto. Geht das Licht? Ist auch genug Benzin im Tank? Wie ein Flugzeug wird das Taxi zu Beginn der Schicht einmal gründlich durchgecheckt. „Wir arbeiten im Personentransport. Da ist Sicherheit das oberste Gebot“, erklärt Hans Richardt.
Nach einem kurzen Klönschnack machen sich die Fahrer auf den Weg, denn die ersten Fahrgäste möchten nach dem Besuch bei der Verwandschaft wieder nach Hause. Dann beginnen die Party-Touren. Viele jüngere Landkreis-Bewohner gehen Heiligabend nach der Bescherung noch feiern. „Heiligabend ist dann fast wie das normale Samstagnacht-Geschäft“, sagt Hans Richardt. Die Taxen werden gut gebucht, zu Stoßzeiten kann es zu kurzen Wartezeiten kommen.
Leider haben auch an Heiligabend nicht alle Fahrgäste dafür Verständnis. Der Großteil der Gäste sei aber gut gelaunt, die Stimmung positiv, sagt Hans Richardt. Bis in die frühen Morgenstunden sind seine Fahrer an Heiligabend im Einsatz. „Wir machen das gerne“, sagt Hans Richardt. Dann gibt es „eine Mütze voll Schlaf“ für alle, bevor am nächsten Tag das Geschäft weiter geht.