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Buchholz: Stadtwerke-Chef ist zurückhaltend bei Investitionen in die E-Mobilität

Einzelne Ladesäulen wie vor dem Rathaus wollen die Stadtwerke weiter errichten. Mehr werde man derzeit nicht in die Elektromobilität investieren, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse (kl. Foto) (Foto: os / archiv Albrecht Beste Bilder)
„Der Markt funktioniert noch nicht autonom“
os. Buchholz
. Die Buchholzer Stadtwerke werden sich bei Investitionen in die Infrastruktur der Elektromobilität zurückhalten. Das betonte Geschäftsführer Dr. Christian Kuhse bei seinem allgemeinen Bericht zur E-Mobilität in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am vergangenen Mittwochabend. Grund für Kuhses Skepsis: Ohne technische Fortschritte bei der Batterienherstellung für E-Autos und dauerhafte finanzielle Anreize für den Kauf dieser Fahrzeuge sei es zweifelhaft, dass sich die E-Mobilität wie von der Bundesregierung erhofft entwickelt. „Der Markt der Elektromobilität funktioniert noch nicht autonom“, betonte Kuhse.
Hintergrund von Kuhses Bericht waren zahlreiche Anträge zur Stärkung der Elektromobilität in der Nordheidestadt. Die Stadtwerke haben sich in den vergangenen Jahren engagiert, indem sie an verschiedenen Stellen in Buchholz E-Ladesäulen errichtet haben - am Rathaus, auf dem Parkplatz des Famila-Marktes im Fachmarktzentrum am Nordring, bei der Firma Lühmann an der Müllerstraße im Gewerbegebiet Vaenser Heide II, bei McDonald's in Dibbersen sowie zuletzt beim Neubau des Edeka-Schreiber-Markts in Sprötze. Einzelne Ladesäulen werde man auch in Zukunft errichten, allerdings mit weiteren Investitionen abwarten, kündigte Kuhse an.
„Es besteht das Risiko, dass wir auf die falsche Technologie setzen“, warnte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Grund: Um E-Fahrzeuge attraktiver für Käufer zu machen, müsse man u.a. dringend die Reichweite der Fahrzeuge vergrößern. „Es ist aus meiner Sicht zu früh, jetzt groß in die Infrastruktur zu investieren, von der man nicht weiß, ob sie für die Technik von morgen ausreichend ist“, sagte Kuhse.
Zudem sei der Marktdurchbruch vor allem mit finanziellen Anreizen verbunden. Das sehe man z.B. in Norwegen, das als besonders fortschrittlich in Sachen Elektromobilität gilt. Trotz hervorragender
Infrastruktur mit Ladesäulen seien derzeit nur 29 Prozent der Neuzulassungen Fahrzeuge mit Elektromotoren. Viele Käufer hätten angegeben, dass sie sich für ein E-Auto vor allem deshalb entschieden haben, weil der norwegische Staat die Steuern für Verbrennungsmotoren erheblich angehoben habe. Der Umweltaspekt spiele nur eine untergeordnete Rolle, erklärte Kuhse. Apropos Umwelt: Derzeit würden bei der Herstellung einer einzigen Batterie für ein E-Auto 17,5 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid produziert. Bevor es einen Kilometer gefahren sei, habe ein E-Fahrzeug eine Umweltbilanz wie ein Auto mit Verbrennungsmotor nach rund 116.000 Kilometern. Das hätte eine Studie der schwedischen Energieagentur ergeben.
Kuhses Fazit: „Es ist für uns als Stadtwerke erst sinnvoll, sich stärker in der Elektromobilität zu engagieren, wenn E-Fahrzeuge annähernd gleichwertig mit konventionellen Autos sind.“
• Der Stadtentwicklungsausschuss machte einstimmig den Weg für den Bebauungsplan „Bahnhofstraße West“ für das „Canteleu-Quartier“ frei. Wie die Revitalisierung der Bahnhofsinsel genau aussehen soll, lesen Sie in unserer Ausgabe am kommenden Mittwoch.