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Buchholzer Gasthaus "Uhlengrund" schließt Ende Oktober

Hinter dieser Theke haben Kari und Ingrid Puttonen ein halbes Leben verbracht. Nach 28 Jahren hören die beiden jetzt auf und wollen es erst mal ruhig angehen lassen

Kari und Ingrid Puttonen hören auf / Hier wurde Buchholzer Stadtgeschichte geschrieben

rs. Buchholz. An dieser Theke haben sie alle gesessen: Millionäre und arme Schlucker, Politiker und Spekulanten und Menschen wie du und ich. Seit 50 Jahren gibt es das Gasthaus „Uhlengrund“, früher „Heide-Krone“ und „Kronenberger“ an der Ecke Dibberser Mühlenweg/Uhlengrund. Seit 28 Jahren stehen dort der Finne Kari Puttonen (63) und seine Ingrid (52) hinter der Theke. Ende Oktober wird das Gasthaus schließen. Auf dem Grundstück sollen zwei Wohnhäuser entstehen.
Als Kari Puttonen und seine Frau Ingrid das damaligen Gasthaus Kronenberger pachteten, hatten sie von Gastronomie keine Ahnung. Puttonen, damals 35 Jahre jung, hatte in Hamburg Soziologie studiert und arbeitete in der Marktforschung. Gerade schob er Frust wegen seines Chefs. Und da war zufällig das Inserat in der Zeitung: „Gasthaus in der Nordheide zu verpachten“. Kari und seine Ingrid guckten es sich inkognito um. Nach einigen schlaflosen Nächten waren sie Wirtsleute in Buchholz. Das war 1985.
Bis dahin hatten hier Alfred (Freddy) Kronenberger und seine Eltern schon manchen Liter Bier über die Theke geschoben. Zuerst im Gasthaus „Heide-Krone“, später einfach bei „Kronenberger“. Hier traf man sich nach den politischen Sitzungen oder nach einem guten Geschäftsabschluss. Hier wurde besprochen, wo es in Buchholz neues Bau- oder Gewerbeland geben sollte, hier kam manche Schweinerei zur Sprache und manche herzergreifende Geschichte, hier wurde geknobelt und Skat gekloppt bis in die frühen Morgenstunden, wo dann schon mal die Polizei auf der Bildfläche erschien.
So ging es auch weiter, als Kari und Ingrid Puttonen das Lokal übernommen hatten. Einige Stammgäste blieben weg, andere kamen neu dazu. Theke, Stammtisch und Hinterzimmer waren auch weiterhin Orte, an denen Buchholzer Stadtgeschichte geschrieben oder einfach nur gefeiert und gelebt wurde.
Der Skatclub „Buchholzer Buben“ hatte im Gasthaus genauso sein Zuhause wie der älteste Buchholzer Kegelclub oder die Segelkameradschaft, deren Gründungsmitglied Wirt Kari war. Dazu noch unzählige Stammtische, Freundeskreise und Initaitiven. Alle liebten das Gasthaus „Uhlengrund“. So hieß es, seit die Wirtsleute es 1995 gekauft hatten. Am 28. und 29. Oktober werden die Türen zum letzten Mal geöffnet. Dann steht alles, was sich über die Jahrzehnte im Gasthaus angesammelt hat, zum Verkauf. Eine Buchholzer Institution schließt danach für immer ihre Pforten.