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Buchholzer Verein "Gewalt überwinden" ist regionale Beratungsstelle für Heimerziehungs-Fonds: Leiden ehemaliger Heimkinder mildern

Beraten ehemalige Heimkinder: Susanne Ehrhorn (li.) und Astrid Kuhlmann (Foto: oh)
ce. Buchholz. Viele Menschen in Deutschland, die ihre Kindheit und Jugend in Erziehungsheimen verbracht haben, leiden bis heute an den Folgen körperlicher Züchtigung, schwerer Arbeit und seelischer Grausamkeiten, die sie in den Einrichtungen erlitten. Um ihnen zu helfen, ihr erlittenes Unrecht anzuerkennen und zur Milderung der Folgeschäden beizutragen, hat der Deutsche Bundestag 2012 den Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ errichtet. Das Volumen von 120 Millionen Euro wird zu je einem Drittel von Bund, westdeutschen Ländern und Kirchen getragen. Für die Landkreise Harburg, Stade und Lüneburg und die Städte Lüneburg und Buxtehude bietet der Buchholzer Verein „Gewalt überwinden e.V.“ als regionale Beratungsstelle des Fonds den Betroffenen Hilfe und Beratung an.
„Aufgrund der tiefen Verunsicherung und Entwertung in den Jahren des Heranwachsens können viele Menschen ohne ärztliche Betreuung und therapeutische Hilfen nicht leben“, erläutert Susanne Ehrhorn vom Beratungsteam. Dessen Unterstützung erfolgt durch Hausbesuche und Gespräche über belastende Erfahrungen und Folgeschäden, die Betroffenen zu schaffen machen. Der individuelle Bedarf an therapeutischer Begleitung oder Rentenersatzzahlung aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge wird nach Prüfung durch den Fonds ausgeglichen.
„Seit Juni 2012 konnten wir etwa 40 Menschen helfen“, berichtet Beraterin Astrid Kuhlmann. Sie ruft weitere Betroffene dazu auf, sich umgehend zu melden, denn die Laufzeit des Fonds ende im Dezember 2016, und die Möglichkeit, finanzielle Vereinbarungen im Sinne des Fonds abzuschließen, bestehe nur bis Ende 2014. Die Berater sind bei der Vermittlung und bei Vereinbarungen mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben behilflich.
Bewegend für die Beraterinnen sind auch die Lebenswege der Ratsuchenden nach ihrem Leben im Heim. Da Intelligenz und Begabung kaum gefördert wurden, fanden die Menschen im späteren Leben oft keinen angemessenen Platz in der Gesellschaft. „Einige von ihnen leben in ärmlichen bis existenzbedrohenden Verhältnissen“, so Astrid Kuhlmann.
- Infos bei Susanne Ehrhorn (Tel. 0172 - 2304016) und Astrid Kuhlmann (Tel. 01573 - 7007622) vom Buchholzer Verein "Gewalt überwinden".