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"Café International" in Buchholz offiziell eröffnet

Die Initiatorinnen des "Café International" (v. li.) Anke Dieckmann, Adelheid Bertheau und Brigitte Brosig
 
Sigrid Sonnenkalb gibt im Café Deutschkurse. "Sie ist wie eine Mutter", sagt ihr Schüler Adil (19) aus Pakistan
kb. Buchholz. Wie mit ganz viel Einsatz und Tatkraft aus einer simplen Idee ein echter Erfolg werden kann, zeigt das "Café International" in Buchholz. Am Samstag wurde die Begegnungsstätte für Geflüchtete und Einheimische in der Neuen Straße 10 offiziell eröffnet. Die Einrichtung gehört seit Kurzem zum Verein "Bündnis für Flüchtlinge" und wird durch Spenden und Zuschüsse von der Stadt finanziert.
Die Idee, den Treffpunkt zu schaffen, hatten Brigitte Brosig, Adelheid Bertheau und Anke Dieckmann bereits vor rund einem Jahr. "Wir wollten den Menschen eine Möglichkeit geben, sich außerhalb der Container zu treffen, einen Raum, in dem geklönt, Kaffee oder Tee getrunken, aber auch Deutsch gelernt und bei Fragen geholfen werden kann", erzählt Anke Dieckmann. Vom Bauunternehmen Groth bekamen sie dafür die Räumlichkeiten in der Neuen Straße 10 zur Verfügung gestellt - zunächst für ein Jahr komplett kostenlos. "Dafür waren wir unheimlich dankbar", so Dieckmann.
Die komplett kostenlose Nutzung konnte natürlich kein dauerhaftes Konzept sein. Umso glücklicher sind die drei zupackenden Frauen nun, dass das Café künftig unter dem Dach des "Bündnis für Flüchtlinge" und mit Unterstützung durch die Stadt und großzügiger Spenden längerfristig Bestand hat. Die Räume in der Neuen Straße wurden angemietet. Zunächst bis Ende 2017 fördert die Stadt Buchholz das Projekt monatlich mit 1.200 Euro. Der Rest der Kosten, die sich auf insgesamt rund 3.000 Euro belaufen, finanziert der Verein durch Spenden.
Stolz und sichtlich gerührt bedankte sich Wilfried Bolte, Vorsitzender des "Bündnis für Flüchtlinge", bei allen, die dazu beigetragen haben, dass das Café ab sofort an sieben Tagen in der Wochen geöffnet haben wird. "Es ist toll, dass wir dieses Angebot nicht nur fortführen, sondern sogar noch ausbauen konnten", so Bolte. Mit viel Einsatz, auch seitens der Flüchtlinge, seien die Räume umgestaltet und verschönert worden. "Da haben wirklich alle kräftig mit angepackt", erzählte der Vereinsvorsitzende. Das Café ist Dank des Einsatzes vieler Ehrenamtlicher täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dazu finden in den Räumllichkeiten jeden zweiten Montag (gerade Wochen, nächster Termin 28. November) von 13 bis 14.30 Uhr Bündnis-Sprechstunden statt und die Gruppe "Arbeit und Ausbildung" trifft sich dort ab 24. November jeden Donnerstag ebenfalls von 13 bis 14.30 Uhr.
Nicht fortgeführt wird das Angebot, täglich im Café eine warme Mahlzeit anzubieten. "Nach langen Diskussionen mit dem Finanzamt haben wir uns dagegen entschieden", so Wilfried Bolte. Allerdings sollen künftig Kochkurse stattfinden, eine Männergruppe ist ebenso angedacht wie ein Handarbeits-Kursus.
Über mangelnde Nachfrage kann sich das Café nicht beklagen. Zur Eröffnung waren die Räume mit etwa 100 Gästen proppenvoll, täglich kommen etwa 70 Besucher. Auch Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse zeigte sich begeistert vom Engagement der Ehrenamtlichen. "Es ist überwältigend, was hier geleistet wurde", so Röhse. In Buchholz sei man auf einem guten Weg. "Was mit der Willkommenskultur begonnen hat, wird nun in einer Integrationskultur fortgeführt", sagte Röhse. Es sei ein toller Ort der Begegnung und des Austausches entstanden.