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"Das Schiff liegt wie ein Korken im Wasser": "Heide-Witzka" auf großer Tour

Sie verstanden sich gut: Bei Hassan füllte Johann Sperhake den Frischwassertank der "Heide-Witzka" wieder auf (Foto: Sperhake)
os. Buchholz. "Das war eine tolle Tour. Alles ist heil geblieben und ich habe meine ersten Atlantik-Wellen genossen." Auf zwei ereignisreiche Wochen blickt Johann "Jonny" Sperhake (65) zurück. Dem Segel-Urgestein war es vorbehalten, die "Heide-Witzka", die 12-Meter-Yacht der Segelkameradschaft Buchholz (SKB), erstmals in der Vereinsgeschichte aus Europa herauszusteuern. Sperhake und seine Crew übernahmen die Strecke von Malaga (Spanien) über Tanger nach Casablanca (beides Marokko). Wie berichtet, befindet sich die "Heide-Witzka" anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens der Segelkameradschaft bis Frühjahr 2014 auf großer Jubiläumstour.
Mehr als einmal war auf der Seereise Sperhakes Flexibilität gefragt. "Eine Bekannte sagte mir, dass vor der marokkanischen Küste keine Seekarte und nicht einmal Google Earth funktioniert. Sie hatte recht", sagt der Rentner mit der Seebären-Statur lachend. Einmal musste die Crew 30 Stunden durchhalten, weil ein Hafen nicht anzufahren war. Sperhake steuerte die "Heide-Witzka" bei absoluter Dunkelheit in einen Hafen - bei vier Meter hohen Wellen. "Im Hafen haben wir gemerkt, dass das Wasser dort nicht tief genug war", berichtet der Skipper. Die Etappe ging unvermittelt weiter und endete erst im Morgengrauen.
Ein böses Erwachsen gab es in Casablanca. Eigentlich sollte der hochmoderne Yacht-Hafen in diesem Jahr fertiggestellt werden. Stattdessen blickten Sperhake und seine Crew auf Tonnen von Geröll - was den marokkanischen Behörden offenbar peinlich ist. "Ich bin fast verhaftet worden, als ich die Baustelle fotografiert habe", berichtet Sperhake grinsend. Stattdessen steuerte er die Yacht ins 20 Kilometer entfernte Mohammedia.
Alle diese Unwägbarkeiten wurden von den tollen Eindrücken im Wasser und auf dem Land ausgeglichen. Vor Gibraltar tummelten sich z.B. mehrere Dutzend Delfine im Wasser, in Tanger stellte sich der Polizeichef spontan als Sightseeing-Führer zur Verfügung, beim Schlachtfest Eid al-Adha bekamen die Europäer einen direkten Einblick in die islamische Kultur. Und alles bei Temperaturen um 29 Grad.
Während Jonny Sperhake wieder in der kalten Heimat in Buchholz sitzt, hat Vereinschef Jens Weidling als Skipper die Kanarischen Inseln erreicht. In Kürze steht die spektakulärste Etappe auf dem Programm: Bernd Horn wird die "Heide-Witzka" ab 24. November über den Atlantik in die Karibik steuern. Die Segelkameradschaft nimmt an der Regatta "Atlantic Rally for Cruisers" (ARC) mit rund 200 Schiffen teil. Die Atlantik-Passage ist für die "Heide-Witzka" kein Problem, weiß Jonny Sperhake: "Das Schiff liegt wie ein Korken im Wasser. Das Problem sind die Menschen an Bord!"
Infos unter www.heide-witzka.net. Einträge ins Online-Logbuch sind hier zu finden.
Die Segelkameradschaft trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat ab 20 Uhr im Hotel "Zur Eiche" in Buchholz (Steinbecker Str. 111).