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Demenz und Pflegebedürftigkeit: Aktionstag in der Empore informierte

Initiator Frank Kettwig und Pflegedienst-Geschäftsführerin Almut Christ vor dem Wunschbaum
 
Waltraut Seegers gibt Tipps, wie man im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben kann
kb. Buchholz. "Wenn ich einmal dement bin, wünsche ich mir menschenwürdig und liebevoll behandelt zu werden." Dieser und andere Wünsche u.a. nach Respekt, Geduld und Einfühlungsvermögen, Unterstützung durch die Familie hingen jetzt beim Demenz-Aktionstag in der Buchholzer Empore an einem Wunschbaum. Viele Wünsche machten deutlich, wovor die Menschen beim Thema Demenz vor allem große Angst haben: Allein zu sein. Dass das nicht sein muss, dass es gute und frühzeitige Hilfestellungen gibt, darüber konnten sich die Besucher bei der Veranstaltung, die zum fünften Mal in Buchholz initiiert von Frank Kettwig stattfand, informieren.
Frank Kettwig gründete vor fünf Jahren den Arbeitskreis "Alter, Pflege und Demenz". "Demenz ist ein schwieriges Thema, viele verdrängen es lieber", weiß Kettwig. Dabei sei es sehr wichtig, sich rechtzeitig mit Fragen rund um das eigene Älterwerden und eine eventuelle Pflegebedürftigkeit zu beschäftigen. "Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung kann man eigentlich gar nicht früh genug ausfüllen. Es ist wichtig, um die eigenen Wünsche berücksichtigt zu wissen, aber auch um den Angehörigen im Fall der Fälle eine wichtige Hilfe an die Hand zu geben", so Kettwig.
Almut Christ, Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes "Pflege-Engel Christ", beantwortete beim Demenz-Aktionstag vor allem viele Fragen von Angehörigen. "Die meisten wollen wissen, welche Möglichkeiten der Unterbringung es überhaupt gibt. Worauf man achten muss, welche Rechte und Pflichten herrschen und wie die Einstufung in den Pflegegrad funktioniert", erzählt sie. Gerade Eheleuten fiele es schwer, den dementen Partner in Pflege zu geben. "Viele wünschen sich zunächst vor allem eine Entlastung beim Haushalt und jemanden, der ein wenige Zeit mit dem Demenzkranken verbringt, z.B. um Spiele zu spielen oder spazieren zu gehen", schildert die Expertin. Doch eine solche Betreuung zu finden, sei angesichts des enormen Mangels an Pflegerpersonal gar nicht so einfach. "Wir haben einen Pflegenotstand. Das muss ich ganz klar so sagen", macht Christ deutlich. Sie rät Familien auf der Suche nach dem richtigen Pflegedienst oder der passenden Pflege-Einrichtung, auf ihr Bauchgefühl zu hören: "Man sollte sich die Einrichtungen vor Ort anschauen, auch ruhig mal unangemeldet, oder bei der Suche nach einem Pflegedienst die Mitarbeiter ins Haus kommen lassen. Es ist wichtig, dass die Chemie zwischen Patient und Pflegepersonal stimmt und man das Gefühl hat, dass der Angehörige gut versorgt wird." Almut Christ selbst ist trotz aller Schwierigkeiten gerne in der Pflege tätig. "Es ist einfach schön zu spüren, wie dankbar die Menschen sind. Und natürlich ist es aucht toll zu hören, dass sich viele regelrecht auf unseren Besuch freuen", erzählt sie. "Außerdem: Langweilig wird es bei uns nie."
Wie man im Alter möglichst lange und gut in den eigenen vier Wänden leben kann, dazu gab es beim Demenz-Aktionstag Tipps beim Senioren Stützpunkt Landkreis Harburg. Waltraut Seegers, eine von mehreren ehrenamtlichen Wohnberatern, weiß: "Oft sind es paar ein ganz einfache Dinge, die alten Menschen das Leben zu Hause erleichtern." Das könne ein zweiter Handlauf an der Treppe sein oder niedriger angebrachte Lichtschalter. Für größere Umbauten gebe es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Waltraut Seegers besucht Interessierte zu Hause, schaut sich die Gegebenheiten vor Ort an und macht dann Verbesserungsvorschläge. "Ich kann jedem nur empfehlen, die Beratung in Anspruch zu nehmen", sagt sie.
Informationen zum Thema Alter, Pflege und Demenz gibt es u.a. auf www.wirsindbuchholz.de. Den Seniorenstützpunkt des Landkreises erreichen Sie unter Tel. 04171 - 693338 (vormittags) oder per E-Mail an spn@lkharburg.de. Infos auch auf http://www.spn.landkreis-harburg.de.