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Den Kollegen über die Schulter geschaut

In der Kriminaltechnik (v. li.): Uwe Lehne, Piotr Leciejewski, Barbara Mroschkowski, Peter Krall, Wilfried Reinke (Foto: alle: Polizei)
thl. Buchholz. Einen besonderen Gast hatte jetzt Uwe Lehne, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Harburg, bei sich im Dienstgebäude: Polizeikommandant Piotr Leciejewski aus Srem (Polen) schaute seinen deutschen Kollegen über die Schulter.
Srem liegt rund 40 km südlich von Posen an der Warthe und ist mit rund 40.000 Einwohnern ähnlich groß wie Buchholz. Kennengelernt haben sich Lehne und Leciejewski im vergangenen Jahr im Rahmen einer Polizeidelegation. Verständigungprobleme gab es übrigens nicht: Die Buchholzer Kommissarin Barbara Mroschkowski spricht fließend polnisch.
Nach der mündlichen Vorstellung der PI, wurde der polnische Polizeichef durch verschiedene Abteilungen geführt. Die Wache, die Verkehrssachbearbeitung und vor allem die Arbeit der Kriminaltechnik stießen bei dem Gast auf großes Interesse. Besonders staunte Leciejewski über die Straftaten-Aufklärungsquote von über 57 Prozent, die er angesichts polnischer Kriminalstatistiken als sehr hoch empfand.
Gut fand der Polizeichef die deutsche Regelung, dass aggressiven Gewalttätern auf dem Verwaltungswege die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Das sei ein Mittel, dass bei jungen Straftätern fruchtet, war man sich einig. In Polen werden übrigens bereits 17-jährige Tatverdächtige wie Erwachsene behandelt, Heranwachsende bis 21 Jahren haben nur im Zivilrecht eine besondere Stellung, berichtete Kommandant Leciejewski seinen deutschen Kollegen.
Auch über den hohen Frauenanteil - fast ein Drittel der Beamten ist weiblich - innerhalb der PI staunte der Pole und berichtete, dass die Polizei in seiner Heimat jungen Familien entgegenkomme und Müttern bis zu drei Jahren das volle Gehalt weiterzahle.
Über die Inspektion hinaus wurde Polizeikommandant Piotr Leciejewski ein umfangreiches Programm geboten: Gemeinsame Besuche mit Polizeidirektor Uwe Lehne, unter anderem beim Winsener Amtsgericht, bildeten den offiziellen Teil. Besichtigungen des Kiekeberg-Museums, des Airbus-Werkes und des Hamburger Hafens gaben dem polnischen Polizeichef einen Überblick über das Umfeld der Harburger Polizeiinspektion.