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„Der Zaun ist Tierquälerei!“

Diese Drahtkonstruktion von Detlef J. soll das Herüberwehen von Laub verhindern. Gefährdet sie auch Vögel?

Buchholzer Gartenbesitzer streiten sich um Schilflaub / Sind Vögel durch den Drahtzaun gefährdet?

as. Buchholz. An einer Gartengrenze in Buchholz prallen seit einiger Zeit gegensätzliche Gartenphilosophien aufeinander. Nun wurde der Gartenzaun durch ein mit Kaninchendraht umwickeltes Gestell von etwa 3,50 Metern Breite und 2,70 Metern Höhe verstärkt.
Auf der einen Seite: Nora D.* und Leslie-Peter W., die in ihrem Garten ein Biotop für verschiedene Pflanzen- und Tierarten eingerichtet haben. Auf der anderen Seite: Detlef J., Liebhaber einer aufgeräumten Rasenfläche. Der Stein des Anstoßes: ein paar Schilfpflanzen.
Das Bollwerk gegen das Schilf wurde von J. errichtet, nachdem er seine Nachbarn mehrmals dazu aufgefordert hatte, die Pflanzen im Herbst zurückzuschneiden. „Die Blätter wehen immer rüber und verdrecken unseren Garten, und ich muss das dann saubermachen“, beklagt sich der Rentner. Die Drahtkonstruktion soll nun ein Herüberwehen der Blätter verhindern.
„Der Zaun ist Tierquälerei“, schimpfen Nora D. und Leslie-Peter W., die nach eigenen Angaben bereits einen toten Zaunvogel und eine Blaumeise aus dem Zaun geborgen haben. „Bisher haben wir nichts gesagt, wenn er das Schilflaub in unseren Garten zurückgeworfen hat. Aber das geht jetzt zu weit“, sagt W. Nora D. ergänzt: „Schließlich könnte er ja statt des Drahtes auch eine Plane spannen.“
Die Stadt Buchholz und der Landkreis haben den Zaun schon begutachtet. „Ohne einen Beweis dafür, dass sich dort Vögel verletzt haben, gibt es keine Möglichkeit, gegen den Zaun vorzugehen“, so Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt Buchholz. „Sollen wir etwa warten, bis sich ein Vogel im Zaun zu Tode gequält hat?“ fragt W. Die Schilfbesitzer wollen ihre Pflanzen noch nicht zurückschneiden, da sie mit dem Schilfrohr einen Insektenunterschlupf bauen wollen. Dafür müssen die Stangen trocken sein, so lange wollen sie noch warten.
Detlef J. interessiert das nicht. Seine Vorrichtung werde erst entfernt, wenn das Schilf zurückgeschnitten wurde, so Jahnke. Zudem habe er noch keinen einzigen Vogel im Draht entdecken können.
Keiner der Gartenbesitzer möchte derzeit von seinem Standpunkt abrücken. Es bleibt abzuwarten, ob das Schilf getrocknet ist, bevor sich der nächste Vogel im Zaun verheddert.
• Heinrich Helms rät dazu, sich bei solchen Auseinandersetzungen an die Schiedsmänner der jeweiligen Gemeinde zu wenden. Diese vermitteln zwischen den Parteien und versuchen, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen. In Buchholz erfährt man bei der örtlichen Verwaltung unter der Telefonnummer 04181-214784, welches Schiedsamt für den Fall zuständig ist.

Streitthema Laub - Wer muss harken?

Fremdes Laub im Garten ist ein wiederkehrendes Thema bei Nachbarschaftsstreitigkeiten. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf ist derjenige für die Beseitigung des Laubs zuständig, auf dessen Grundstück es landet. Auch wenn es nervt: ein Zurückwerfen von störendem Laub in den Nachbargarten ist nicht erlaubt, es ist sogar strafbar, urteilte das Oberlandesgericht Stuttgart. Ein Zurückschneiden der Pflanzen kann nur verlangt werden, wenn sie auf das Nachbargrundstück herüberragen.

*Namen von der Redaktion gekürzt