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Die Rückkehr der grauen Jäger

In Niedersachsen leben wieder Wölfe / Vortrag der Landeswolfsbeauftragten bei der Kreisjägerschaft

mi. Hittfeld. Wölfe - Jahrhunderte lang wurden sie erbarmungslos verfolgt. In Deutschland galten sie lange Zeit als ausgerottet. Seit einigen Jahren kehren die grauen Jäger zurück. Auf der Herbstveranstaltung der Kreisjägerschaft referierte jetzt die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Dr. Britta Habbe, über die Rückkehr des Wolfes in unsere Wälder. Die Landesjägerschaft ist vom Umweltministerium des Landes mit dem "Wolfsmonitoring" betraut. Expertin Britta Habbe arbeitet dabei mit 40 ehrenamtlichen Wolfsberatern zusammen. Ihr Ziel: Die Überwachung und Protokollierung des Wolfsbestandes. Gibt es auch im Landkreis Harburg schon wieder Wölfe? Nein sagt Britta Habbe, Wölfe leben in Niedersachsen derzeit nur an drei verschiedenen Orten. Eine Wolfsfamilie mit mindestens drei Welpen im Raum Munster, ein Wolfspäarchen ist auf einem Truppenübungsplatz in Bergen heimisch und ein Einzeltier im Wendtland. Die Tiere, die im Landkreis Harburg gesichtet worden, wie am Güterbahnhof in Maschen, hätten die Region nur durchquert. Die Expertin wollte jedoch nicht ausschließen, dass sich auch irgendwann im Kreisgebiet Wölfe ansiedeln könnten. Allerdings bräuchte der Wolf ein großes Territorium üblich seien 200 bis 300 Quadratkilometer.
In ihrem Vortrag setzt sich Britta Habbe auch mit Ängsten auseinander, die den Wolf seit jeher begleiten. "Der Wolf geht Menschen normalerweise aus dem Weg", erklärt die Expertin. Viele Berichte von Wolfsattacken seien kaum glaubwürdig. In den vergangenen 60 Jahren ereigneten sich demnach neun tödliche Attacken, von denen fünf auf Tollwut und vier auf Wölfe zurück gingen, die sich durch "Anfütterung" an den Menschen gewöhnt hatten. "Es werden jährlich mehr Menschen durch Hunde getötet oder Kokosnüsse erschlagen (150), als in 60 Jahren in Europa durch einen Wolf getötet wurden", so Britta Habbe. Negative Auswirkungen auf den Wildbestand seien ebenfalls bis jetzt nicht nachweisbar. Allein das nicht heimische "Muffel" (Koriska) werde durch Wölfe gefährdet.
Ein Umdenken sei allerdings bei der Nutztierhaltung von Nöten. Vor allem Schafe seien für den Wolf eine leichte Beute. Zwar ersetze Niedersachsen den entstandenen Schaden, eine Vorsorge zum Beispiel durch elektrische Zäune sei jedoch nötig. "Wenn wir den Wolf lassen, wird er sich ausbreiten, es hängt allein davon ab, wie viel Akzeptanz wir ihm entgegenbringen wollen" so Britta Habbe