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Ein Leben für Hansa Rostock - Daniel Drews organisierte Bus-Tour zum Benefiz-Spiel

Etwa 50 Freunde aus der Nordheide fuhren jetzt zum Benefizspiel von Hansa Rostock (Foto: Daniel Drews)
 
Ein besonderer Moment: Daniel Drews (2. v. re.) trifft mit seiner Frau Patricia Tascon und Freund Francisco Davila (li.) Hansa-Torwart Johannes „Pommes“ Brinkies (Foto: Daniel Drews)
(mum). Wenn das nicht eine Bestimmung ist? Daniel Drews (42) wuchs im Hansaviertel in Rostock auf - in Sichtweite der Spielstätte von Hansa Rostock. 1982 - im Alter von zehn Jahren - erlebte er sein erstes Spiel im Ostsee-Stadion. "Ich kann mich noch gut an die Partie erinnern", so Drews, der seit 1996 in Buchholz zu Hause ist. "Hansa und BFC Dynamo trennten sich damals 4:4-Unentschieden." Da war es um Drews geschehen. "Ich bin seither mit Leib und Seele Hansa-Fan!"
Heute kämpft Hansa Rostock in der 3. Liga sowohl sportlich als auch finanziell ums Überleben. Als Drews erfuhr, dass sein Club ein Benefiz-Spiel organisiert, um die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, reagierte er sofort. Drews, der mit fünf weiteren Buchholzern den Fan-Club "Hansa-Crew Nordheide" vor acht Jahren gründete, organisierte zahlreiche Eintrittskarten und charterte einen Bus. Am vergangenen Sonntag ging es mit fast 50 Freunden aus der Nordheide gen Osten.
Der Tag begann für den 42-Jährigen bereits um 5 Uhr morgens, denn immerhin galt es, 130 Brötchen zu belegen und Kaffee zu kochen. Zur Reise-Gruppe gehörten nicht nur Hansa-Sympathisanten, sondern auch St. Pauli-Anhänger sowie Fußball-Ignoranten. "Es ging uns einfach darum, einen tollen Tag unter Freunden zu verbringen", so Drews. Nach drei Stunden war das Ziel erreicht - das Ostsee-Stadion. Schnell wurden die Karten verteilt und los ging es. Ein von Rapper Marteria, der einst als Jugendlicher für Rostock aktiv war, zusammengestelltes Team kickte gegen eine Auswahl des ehemaligen Hansa-Profis und Nationalspielers Stefan Beinlich. Unter anderem am Ball waren die Ex-Profis Guido Buchwald, Ulf Kirsten, Thomas Doll, Sergej Barbarez und Oliver Neuville sowie Musiker wie Campino ("Toten Hosen") oder Max Herre ("Freundeskreis"). Das Spiel endete vor 27.000 Zuschauern 6:6 und brachte dem Club etwa 500.000 Euro ein. Drews selbst hatte einen ganz besonderen Moment: Nur vier Plätze entfernt saß Hansa-Torwart Johannes "Pommes" Brinkies.
Für Drews ist Rostock mehr als ein Fußball-Verein. Hansa-Heimspiele sind etwas Besonderes. Nur ein Bruchteil der Zuschauer kommt tatsächlich aus Rostock. Aus ganz Deutschland reisen Zuschauer für wenige Stunden "nach Hause". Auf Grund der Strukturschwäche in der Region fand in den 1990er Jahren bis zu den ersten Jahren des neuen Jahrtausends eine "Völkerwanderung" statt. "Unheimlich viele Menschen aus den neuen Bundesländern haben sich auf den Weg in den Westen gemacht, um eine neue berufliche Perspektive zu suchen", so Drews. Er selbst hat 1994 nach Beendigung seiner Ausbildung und nach vielen verzweifelten Versuchen, eine Beschäftigung zu finden, seine Heimat, seine Freunde und seine Familie verlassen. Diesen Lebenslauf teilt er mit vielen anderen Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern. "Aber der Stolz auf Hansa und die Liebe zu diesem Verein nimmt man im Herzen mit", sagt Drews. "Bei den Heimspielen im Ostsee-Stadion treffen wir uns alle wieder."
• Am 16. Mai startet die "Hansa-Crew Nordheide" wieder nach Rostock zum Spiel gegen Energie Cottbus. Daniel Drews ist via E-Mail zu erreichen: milchundschoko@arcor.de.