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Eine Chronik zum 60.

Detlef Cohrs (li.) und Uwe Gamradt auf der Bank, die die Forstbetriebsgemeinschaft zum 60-jährigen Bestehen von der forstwirtschaftlichen Vereinigung Nordheide-Harburg erhielt
 
Forstamtmann i.R. Uwe Gamradt mit der von ihm erstellten Chronik
bim. Holm-Seppensen. "Mir ist es wichtig, dass das Wissen von Uwe Gamradt nicht verloren geht", sagt Detlef Cohrs (66), Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Jesteburg. Daher war es für ihn und seine Vorstandskollegen selbstverständlich, für die von Forstamtsmann i.R., Uwe Gamradt (72), angeregte Chronik die finanziellen Mittel bereitzustellen. Die Forstbetriebsgemeinschaft ist nun der erste Forstverband in Niedersachsen, der über eine umfassende Chronik verfügt. Statt einer Feier anlässlich des 60-jährigen Bestehens der FBG, wurde das über 500 Seiten starke Werk an die 523 Mitglieder verschenkt. 270 davon hat Uwe Gamradt persönlich überreicht.
Gamradt war 40 Jahre lang - oder, wie er sagt, ein Drittel eines Baumalters - Ansprechpartner für die in der FBG zusammengeschlossenen Waldbesitzer und hat die FBG forstwirtschaftlich mitgeprägt. "Forstamtmann ist ein wirklich schöner Beruf, der einen in und mit der Natur arbeiten lässt, wobei die Schreibtischarbeit nicht zu unterschätzen ist", sagt Uwe Gamradt. Nicht nur seine Frau Karin, auch die drei Töchter halfen beim Erstellen der Holzlisten, sobald sie schreiben konnten. Karin Gamradt (64) erinnert sich: "Auch sonntags gings mit der Familie zum Holzaufmessen in den Wald."
Der Wunsch, Förster zu werden, stand für Uwe Gamradt früh fest. "In den 50er Jahren gab es aber zum Teil Einstellungssperren, weil die Stellen für die Rückkehrer aus der Kriegsgefangenschaft frei gehalten wurden", erzählt der gebürtige Harburger. Daher begann er zunächst eine Lehre zum Waffen- und Fischereikaufmann, die er aber nach einem Jahr aufgab, als er die Möglichkeit erhielt, sich in Schleswig-Holstein für den gehobenen Forstdienst ausbilden zu lassen.
1966 kam Uwe Gamradt in die Nordheide. "Als ich hier anfing, hatten wir eine starke Rezession. Holz brachte den Waldbesitzern im Verkauf weniger ein, als für Einschlag und Werbungskosten aufgebracht werden musste", so Gamradt. Bei seinem Beruf gehe es aber nicht nur um die Holzernte, sondern auch um die Bestandspflege. Durchforstungen seien nötig, damit jeder Baum genügend Platz für die Kronenbildung hat.
Ein herausragendes Ereignis in seiner Dienstzeit war der Sturm von 1972. "Der hat in einer dreiviertel Stunde das Zwölf- bis 15-fache des Jahreseinschlags im Bereich der FBG umgeworfen", so Gamradt.
Inzwischen werden gute Holzpreise erzielt. Dennoch wirtschaften die heimischen Waldbesitzer seit 300 Jahren nach den Regeln der Nachhaltigkeit. Das heißt, es wird nur so viel geschlagen wie nachwächst. Jeder Waldbesitzer verfügt über ein Forstbetriebsgutachten, in dem aufgeführt ist, welche Baumarten in welcher Altersklasse wachsen und wieviel Holz pro Hektar geschlagen werden darf.
Neben seiner Leidenschaft für den Wald und die Tier- und Pflanzenwelt ist Uwe Gamradt passionierter Jäger. Außerdem setzt er sich gerne für die Jugend ein. Von den Waldkindergärten im Landkreis, hat er sieben mit gegründet. Er widmet sich gern der Führung von Schulklassen durch den Wald und ist noch mit dabei, wenn sich die FBG am Ferienprogramm beteiligt.
An der im Rahmen der Jahreshauptversammlung der FBG vorgestellten Chronik hat Uwe Gamradt rund zwei Jahre gearbeitet, unterstützt von seiner Frau Karin und seiner Tochter Inka Gamradt-Goroncy (42).
Die Chronik ist zum Preis von 24 Euro im Buchhandel erhältlich, ISBN: 978-3-86707-835-1.