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Eine Kameradrohne zu Weihnachten? Das müssen Sie bedenken

Gibt Hinweise zum richtigen Umgang mit Multikoptern (Kameradrohnen): Manuel Kühl (Foto: facebook.com/kaukair)
os. Buchholz. Luftbilder, aufgenommen mit sogenannten Multikoptern (im Volksmund Kameradrohnen), sind derzeit schwer angesagt. Viele Firmen bieten im Weihnachtsgeschäft Multikopter an, beim Kauf sind aber verschiedene Dinge zu beachten. Gerade wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Unternehmer aus Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt, weil er seine Kameradrohne mehrfach ohne nötige Aufstiegsgenehmigung genutzt und die Bilder veröffentlicht hatte. In schweren Fällen sind sogar Bußgelder bis zu 50.000 Euro möglich.
Manuel Kühl von der Firma "Kaukair", der dem WOCHENBLATT schon mehrfach spektakuläre Luftaufnahmen zur Verfügung gestellt hat, gibt Tipps, worauf Nutzer von Multikoptern achten sollten:
• Wer Bilder veröffentlichen will, z.B. auf Facebook, oder Gefälligkeitsdienste leistet (z.B. das Haus des Nachbarn fotografiert), braucht eine Aufstiegserlaubnis, weil der Flug schnell einen gewerblichen Charakter hat. Die Erlaubnis wird von der Landes-Straßenbaubehörde (Sachgebiet Luftverkehr) in Wolfenbüttel ausgestellt.
• Für Aufstiegserlaubnisse gilt grundsätzlich: Menschenansammlungen dürfen nicht überflogen werden; die Flughöhe ist auf 100 Meter über Grund begrenzt; Flüge innerorts über bewohntem Gebiet müssen der Polizei vor dem Start mitgeteilt werden; im Umkreis eines Flughafens darf unter 1,5 km Entfernung nicht geflogen werden.
• Über 5 kg Abfluggewicht benötigt man für jeden Flug eine Einzelerlaubnis, die auch Einzelabsprachen z.B. bezüglich der Flughöhe beinhalten kann.
• Hobby-Flieger brauchen bis 5 kg Abfluggewicht nicht zwangsläufig eine Aufstiegsgenehmigung (bitte mit der Landes-Straßenbaubehörde unter Tel. 05331-88090 abklären).
• Wer eine Genehmigung beantragt, muss einen Nachweis erbringen, dass er sein Fluggerät beherrscht.
• Jeder Steuerer muss eine Modellhaftpflichtversicherung abschließen, da die Privathaftpflicht in der Regel nicht ausreicht. Die Kosten liegen pro Jahr bei ca. 40 Euro für private und ca. 170 Euro für gewerbliche Nutzer.
"Multikopter sind keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, solange ihre Piloten gewissenhaft mit ihnen umgehen", betont Manuel Kühl. Aber, so mahnt er: "Die Geräte sind kein Spielzeug wie ferngesteuerte Autos, weil sie je nach Größe erheblichen Schaden anrichten können."