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"Eine Mahnung zum Frieden"

Bürgermeister Wilfried Geiger und Jürgen Reschke, Vorsitzender der Buchholzer Ortsgruppe des Verbands Deutsche Kriegsgräberfürsorge, legten Kränze an Soldatengräbern und den Grabstätten Russischer Zwangsarbeiter nieder

Feierlichkeiten zum Volkstrauertag auf dem Buchholzer Friedhof rief die Wichtigkeit des stillen Gedenkens in Erinnerung

mi. Buchholz. Geschätzte 70 Millionen Tote, darunter 13 Millionen durch das Nazi-Regime ermordete Juden, Sinti und Roma, russische Kriegsgefangene, Behinderte und Homosexuelle. Unsagbares Leid, zerstörte Leben und Familien. Das ist die Bilanz der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts.
In Deutschland wird den Toten der Weltkriege einmal im Jahr mit dem Volkstrauertag gedacht. In Buchholz rief der Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu einer Gedenkfeier auf den alten evangelischen Friedhof. Dort legten Bürgermeister Wilfried Geiger und der Buchholzer Vorsitzende des Verbands Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Jürgen Reschke, einen Kranz an den Soldatengräbern sowie an den Grabstätten in Buchholz getöteter Zwangsarbeiter nieder.
Dem Aufruf zum Gedenken durch den Verband Deutscher Kriegsgräberfürsorge waren die Schützen, der Reservistenverband, die Friedensgruppe Nordheide und einige Politiker gefolgt. Privatleute waren jedoch nur wenige erschienen. Ist dieser Tag nicht mehr zeitgemäß? Ist nicht nur über die Soldatengräber, sondern auch über unsere Erinnerung langsam "Gras" gewachsen? Mag sich manch Anwesender im Stillen gefragt haben.
"Erinnern und Gedenken sind wichtig", stellte Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler (SPD) in ihrer Rede heraus. Sie dankte Jürgen Reschke, der sich schon seit 34 Jahren bei der Kriegsgräberfürsorge engagiert. Das stille Gedenken an die Toten, denn nichts anderes sollte der Volkstrauertag sein, habe auch in der so genannten friedlichen westlichen Welt und bald 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg nichts von seiner Aktualität verloren, so die Politikerin. Auch gegenwärtig gebe es viel menschliches Leid und Blutvergießen. Die Abgeordnete erinnerte an die mehr als 30 Konflikte und Kriege, die derzeit auf der Welt ausgetragen werden. Auch im heute friedlichen Europa habe es, zum Beispiel in Nordirland, vor noch nicht allzu langer Zeit bewaffnete Konflikte gegeben. „Unser Gedenken am Volkstrauertag ist wichtig. Gedenken und Erinnerung sind eine Mahnung zur Wahrung des Friedens“, sagte Svenja Stadler. Nur aus der Erinnerung könne die Basis für zukünftiges humanitäres Handeln erwachsen. Die Bundestagsabgeordnete schloss ihre kurze Ansprache mit einem Zitat des Theologen und SPD Politikers Friedrich Schorlemmers: "Erinnern kann nicht ungeschehen machen, aber die Wiederholungswahrscheinlichkeit verringern."