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"Erinnerer an Mut zur Wahrheit"

Mit der "Blauer Löwe"-Trophäe: Kabarettist Joachim Zawischa
 
Bei der Preisverleihung (v. li.): Rainer Rempe, Joachim Zawischa, Martin Maria Blau und Heinz Lüers

Kabarettist Joachim Zawischa aus Buchholz erhält Kulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg

ce. Buchholz. "Du bist ein Erinnerer an den Mut zur Wahrheit. Deine Worte erhellen beherzt und sie berühren." Mit diesen Worten würdigte der Regisseur und Schauspieler Martin Maria Blau jetzt in der Buchholzer Empore die künstlerischen Verdienste des Kabarettisten Joachim Zawischa (50) aus Buchholz, als der mit dem Kulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg in der Sparte "Schauspiel/Kabarett/Satire" ausgezeichnet wurde. Blau, der mit Zawischa befreundet ist und viele seiner Programme inszeniert hat, hielt die Laudatio.
Bereits zum zehnten Mal wurde der Preis an einen Künstler verliehen, der das kulturelle Leben in der Region besonders bereichert. Die gläserne Trophäe mit dem Löwen als Kreis-Wappentier im Handstand als Motiv ist mit 2.000 Euro dotiert, die die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude stellt. Der Preis-Jury gefiel an Zawischa vor allem dessen Politikkabarett, das bissig die in der Bundesrepublik Regierenden aufs Korn nimmt. Zudem vereint Zawischa optimal die drei ausgeschriebenen Sparten: Als ausgebildeter Schauspieler beschäftigt sich der gebürtige Sachse mit Kabarett und Satire. Mehrfach wurde er mit Kabarett- und Kleinkunstpreisen ausgezeichnet.
"Das Wahre lachend sagen" sei nach dem Dichter Horaz das Credo von Joachim Zawischa, so Martin Maria Blau in seiner Laudatio. Der Geehrte spreche auch unangenehme Wahrheiten aus, bewahre aber nach Möglichkeit stets das Lachen als innere Haltung. "Satire hat ihren Preis und wird auch mit dem Leben bezahlt", erinnerte Blau an die Anschläge auf die Redaktion des französische Magazins "Charlie Hebdo". Aus der vielerorts herrschenden Bedrohungslage würden Kabarett und Satire "wie Phönix aus der Asche" erscheinen und Mut zur Wahrheit zeigen.
Landrat Rainer Rempe, der mit Sparkassen-Vorstand Heinz Lüers die Preisverleihung vornahm, betonte, dass Zawischa mit seinem Polit-Kabarett eine schwierige Aufgabe meistere: "Uns alle wachzurütteln und aufzuklären, liebgewordene Gewohnheiten und Fehlentwicklungen zu benennen und uns zu verblüffen, auch wenn uns dabei manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt".
Joachim Zawischa zeigte sich über den Preis "sehr erfreut". Die häufige Frage "Wie weit darf Satire gehen?" müsse in Zeiten, wo Politiker oft selbst unfreiwillig höchst Satirisches von sich gäben, beantwortet werden mit: "Satire darf überall hingehen, alles muss raus!" Quasi als Beweis erklärte Zawischa, dass er nach den Terrorangriffen in Paris statt einer Schweigeminute fünf Minuten lang in aller Welt die Kirchenglocken hätte läuten lassen. "Bei diesem lauten Konzert wären den Islamisten vor Schreck die Sprengstoffgürtel von der Hose gefallen", so Zawischa in gewohnt bissiger Manier.
Moderiert wurde die Preisverleihung von dem bekannten Lüneburger Schauspieler Burkhard Schmeer. Er beeindruckte nicht nur mit einem ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Vortrag über den Begriff der "Kultur". Gemeinsam mit seinen Kollegen Mirko Hüsing und Heiko Linnemann führte er als "The Mädchens" auch eine "Mini-Weihnachtsfeier" auf, die viel Beifall erntete.