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Erinnerung an die Nazi-Opfer

Jan Amelung mit seinem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Bildhauer Jan Amelung (54) erstellt für die Stadt Buchholz ein Mahnmal aus Porenbasalt

os. Buchholz. Zischend springt der Kompressor an, Jan Amelung (54) greift sich sein Spezialwerkzeug und bearbeitet den stattlichen 1,40 Meter hohen und rund 1,5 Tonnen schweren Porenbasalt-Block. "Ich mag das Grobe an diesem Material. Es ist herrlich zäh und widerspenstig", sagt der Bildhauer. Im Auftrag der Stadt Buchholz erstellt Amelung gerade ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus - 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Wenn das Werk fertig ist, soll es in der Buchholzer Innenstadt aufgestellt werden, in direkter Nachbarschaft zum bereits existierenden Mahnmal für die Toten beider Weltkriege. Wann Amelung seine Arbeiten abschließt, steht noch nicht fest. "Ich lasse mich da nicht hetzen", sagt der Bildhauer.
Drei kleine Basalt-Modelle stellte Amelung den Buchholzer Ratsmitgliedern vor. "Das mache ich immer so, weil es viel aussagekräftiger als eine Zeichnung ist", sagt der gebürtige Schweizer. Die Wahl fiel auf eine Variante mit kleinen Einbuchtungen, die an Fenster erinnern. In einige Vertiefungen will Amelung später Bronzeschilder mit Schriftzügen der Gruppen einlassen, die unter dem Regime der Nationalsozialisten besonders gelitten haben: Juden, Kommunisten, Zigeuner, Homosexuelle und Zwangsarbeiter. Auf Einzelnamen verzichtet der Künstler, auch die ursprünglich gewünschte Frage "Warum?" lässt er weg. "Damit kann ich nichts anfangen", sagt Amelung.
Viele Einbuchtungen wird Jan Amelung freilassen. "Das soll eine Mahnung für alle Menschen sein, dass diese Stellen frei bleiben müssen. Es darf nie wieder einen Krieg in Deutschland geben!"