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Erinnerung an Greuel der Nazis

Etablierte den Gedenktag: Martha Vogelsang (Foto: Helms)

Martha Vogelsang etablierte den Holocaust-Gedenktag in Buchholz / In diesem Jahr Sport im Fokus

os. Buchholz. „Wir leben in obskuren Zeiten, in denen wieder von ‚völkisch‘ die Rede ist. Umso wichtiger ist es, das Erinnern an die Greuel des Zweiten Weltkriegs nicht zu vergessen.“ Das sagt Martha Vogelsang. Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Buchholz initiierte 1996 den Holocaust-Gedenktag in Buchholz. Bis heute wird in der Nordheidestadt jedes Jahr am 27. Januar der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945 erinnert. In diesem Jahr richtet die Arbeitsgemeinschaft Buchholzer Sportvereine die Veranstaltung unter dem Motto „Sport im Dritten Reich“ aus. Gäste sind am Freitag, 27. Januar, im Tanzsportzentrum des TSV Buchholz 08 (Seppenser Mühlenweg 44) willkommen. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr.
Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 durch Proklamation des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Martha Vogelsang erinnert sich noch gut, dass sie damals mit Herzogs Mitteilung in die Amtsleiterbesprechung ging und sagte: „Ich schlage vor, dass wir das in Buchholz sofort umsetzen.“ Der damalige Stadtdirektor Andreas Bendt habe erwidert: „Gut, fangen Sie an!“ Im ersten Jahr organisierte Martha Vogelsang eine Veranstaltung zum Thema „Frauenverfolgung“, im zweiten Jahr fand der Gedenktag mit Hilke Schulz in der Stadtbücherei statt. Seitdem ist jedes Jahr ein anderer Verein oder eine andere Institution für die Durchführung verantwortlich. Federführend in der Organisation ist seitdem Birgit Diekhöner. „Sie ist absolut zuverlässig und gründlich. Als Birgit Diekhöner die Verantwortung übernahm, wusste ich: Jetzt ist alles gut“, lobt Martha Vogelsang.
In diesem Jahr bilden Sportvorführungen den Schwerpunkt des Gedenktages. Athleten von Blau-Weiss Buchholz und Buchholz 08 stellen den Sport der NS-Zeit dem Sport von heute gegenüber. Die Vorführungen bilden den Rahmen für einen Vortrag des Sportsoziologen Hans-Jürgen Schulte. Der Wissenschaftler befasst sich mit dem „Sport in der NS-Zeit und den Folgerungen für heute“. Im Begleitprogramm sind der Film „Olympia 1936“, die weiterentwickelte Ausstellung der IGS aus dem Vorjahr sowie eine Schau der AG Sport über den „Sport in Buchholz“ zu sehen.
Martha Vogelsang wird am 27. Januar auf jeden Fall dabei sein. „Ich müsste schon sehr schwer krank sein, um diesen Termin nicht wahrzunehmen. Der Holocaust-Gedenktag ist doch mein Kind!“