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Es geht um die Wurst

Die Gewürze werden mit dem Fleisch durch den Wolf gedreht
 
Vorsichtig wird das Brät in den Darm gefüllt

Bratwurst selber machen? WOCHENBLATT-Volontärin Anke Settekorn probiert es aus

as. Buchholz. Ein Duft von würzigem Koriander liegt in der Luft. Die weiße Retro-Küchenmaschine rattert wie der Betonmischer auf einer Baustelle. In Stücke geschnittenes Schweinefleisch wird im Fleischwolf zu einer rosa Masse zerkleinert. So richtig appetitlich sieht das nicht aus. Ob das schmecken wird?
Ich habe mich mit sechs Freunden, alle um die 30 Jahre alt, getroffen, um Wurst selbst herstellen. Jan und seine Freundin Bettina sind seit Kurzem Besitzer eines „Wurstfüllhornes“ (eine Art Tülle) für ihre Küchenmaschine. Das wollen wir jetzt in ihrer Küche gemeinsam mit unseren Freunden Felix, seinem Bruder Jens, Torben und Lars ausprobieren.
Wir haben uns dazu entschlossen, Bratwurst zu machen, denn die geht am einfachsten - so war es zumindest im Internet zu lesen. Sie wird aus frischem, rohem Schweinefleisch hergestellt und auf dem Grill oder in der Pfanne gebraten. Das Rezept haben wir unter www.wurst-rezepte.de und www.chefkoch.de gefunden und etwas abgewandelt.
Wir verwenden ein Kilogramm Schweineschulter und 500 Gramm Schweinebauch für die Wurst. Der hohe Fettanteil des Fleisches ist wichtig, sonst trocknet die Wurst beim Braten aus. Wir wollen zwei Sorten Wurst herstellen: Die erste wird mit einem Bund frischem Koriandergrün, getrockneten Chilischoten und Knoblauch gewürzt. Für die zweite benötigen wir Edamer, Bärlauch, Brühe und ein Bund Petersilie.
Wir schneiden zunächst das Fleisch. Lars, der Vegetarier in der Runde, nimmt sich den Käse vor, er wird sich später eine Tofu-Wurst grillen. Die Fleischstücke werden durch den Wolf gedreht. Das Fleisch muss mehrfach zerkleinert werden. Ist die Masse fein genug, kommen im letzten Durchgang die Gewürze hinzu - diese drehen wir einfach mit der Fleischmasse durch den Wolf. Wir würzen nach Gefühl, was zu Diskussionen führt - Torben möchte etwas mehr Chilli in der Wurst, Felix wünscht sich mehr Knoblauch. Ist auch genug Salz dran? Ich bin froh, dass Jens anbietet, das rohe Brät zu probieren, denn so ganz überzeugt bin ich von unserem Experiment noch nicht.
In der Zwischenzeit wurde der Schweinedarm in lauwarmes Wasser gelegt, das soll das Befüllen erleichtern. Jan zieht den Darm auf das Wurstfüllhorn und dann geht es los.
Zu siebt drängen wir uns in der kleinen Küche um die Küchenmaschine und beobachten, wie sich langsam das durch die Kräuter leicht grün gefärbte Wurstbrät in den Darm schiebt. Wurstmachen ist Teamwork: Während Felix von oben langsam mit einem Stößel das Wurstbrät nachschiebt, kümmert sich Jan darum, dass das Brät möglichst ohne Lufteinschlüsse in den Schweinedarm kommt. Und dann ist die erste Wurst fertig. Wir schneiden den Darm ab, verknoten die Enden, und starten die Maschine wieder. Schieben, füllen, knoten - langsam haben wir den Dreh raus.
Nach zwei Stunden ist das Werk vollbracht. Jetzt liegen 17 fertige Würstchen vor uns, und sie sehen gar nicht so übel aus. Fast wie die Bratwurst vom Metzger.
Fehlt nur noch der Geschmacks-
test: Nach etwa zehn Minuten waren die Würstchen rundherum braun gegrillt, innen saftig und schmeckten unglaublich gut. Die Chili-Wurst hatte eine leichte Schärfe und eine frische Koriander-Note. Die Bratwurst mit der Käsefüllung ist herzhaft, würzig und erstaunlich lecker.
Fazit: Wurst selbst herzustellen ist nicht besonders schwierig, aber man sollte ausreichend Zeit einplanen. Spaß macht es allemal - und das Ergebnis schmeckt super. Für uns steht fest: Das war nicht das letzte Mal!