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Freilichtmuseum am Kiekeberg: Direktor Rolf Wiese mit Festschrift in den Ruhestand verabschiedet

Bei der Verschiedung: Prof. Dr. Rolf Wiese (re.) mit seiner Ehefrau Giesela und Landrat Rainer Rempe
os. Ehestorf. „Ihre Leidenschaft als Volkskundler und Ihre Zielstrebigkeit als Betriebswirt machen Sie zu einem genialen Netzwerker. Sie hatten schon früh ein Gespür für den richtigen Moment - waren zur rechten Zeit am rechten Ort - und entwickelten Ideen, die punktgenau in die Zeit passten.“ Diese lobenden Worte fand Landrat Rainer Rempe für Prof. Dr. Rolf Wiese (65): Der langjährige Museumsdirektor des Freilichtmuseums am Kiekeberg in Ehestorf (Landkreis Harburg) wurde am vergangenen Freitagabend nach 30 Jahren offiziell verabschiedet. Rund 160 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Museumswesen waren bei dem Festakt dabei. Ende Oktober hat Wiese am Kiekeberg seinen letzten Arbeitstag.
Wiese sei ein echter Glücksfall für den Landkreis Harburg gewesen, betonte Rempe. Unter seiner Ägide habe das Freilichtmuseum eine Strahlkraft entwickelt, die weit über die Grenzen des Landkreises Menschen anziehe und fasziniere. In den vergangenen 30 Jahren kamen insgesamt rund 5,5 Millionen Besucher ins Museum, rund die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Diese haben bis heute freien Eintritt.
Wiese betonte in seiner Abschiedsrede, dass viele Faktoren zum großen Erfolg des Freilichtmuseums beigetragen hätten. Fundament sei der Vertrag zwischen dem Landkreis Harburg und dem Museum, durch den eine langfristige Arbeit möglich sei. Eine große Stütze sei auch der Förderverein, der unter dessen Vorsitzendem Heiner Schönecke auf mehr als 12.500 Mitglieder angewachsen ist. Wieses Dank ging an die mehr als 80 Mitarbeiter, ohne die ein Museum in dieser Größenordnung nicht erfolgreich arbeiten könne. Zudem seien Kreativität („Wir haben Themen gefunden, als sie noch gar keine waren“) und Schwung („Wir hatten stets den Glauben, das Unmögliche wahr zu machen“) wichtig gewesen. Er sei froh, die Bühne nun räumen zu können und mehr Zeit für sich selbst und seine Familie zu haben. „Ich bin nicht traurig“, betonte Wiese. Zudem habe er ein „supergutes Gefühl“ mit seinem Nachfolger Stefan Zimmermann. Mit diesem und der kaufmännischen Geschäftsführerin Carina Meyer habe das Freilichtmuseum „eine tolle Spitze“.
Eine große Überraschung hatte Giesela Wiese für ihren Mann parat: Unter ihrer Leitung entstand innerhalb von zwei Jahren unter Mithilfe von mehr als 30 hochkarätigen Wissenschaftlern die Festschrift „Museum machen. Museen zwischen Volkskunde und Management“. Dieses aufwendige Projekt mit so vielen Beteiligten vor dem genialen Netzwerker Rolf Wiese verborgen zu haben, gleicht einer kleinen Sensation.