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"Fremdländer" aus dem Wald?

bim. Buchholz. Landwirte und Waldbesitzer aus der Region Tostedt/Buchholz sind entsetzt: „Die verantwortlichen Naturschutzpersonen des Kreises führen einen ideologischen Kampf gegen Douglasien, Lärchen und andere Bäume“, heißt es in einem Brief an das WOCHENBLATT. Es geht um die massiven Abholzungen im Bereich der Sprötzer Heide und des Brunsberges im Landschaftsschutzgebiet Lohbergen.
Hier hat die Kreisnaturschutzbehörde nach eigenen Angaben einen umfassenden Waldumbau begonnen. Kiefernwälder wurden massiv ausgelichtet, große, landschaftsprägende Einzelbäume gefällt. Ziel der im Winter durchgeführten Baumfäll-Aktion sei der Aufbau eines Waldes mit standortheimischen Gehölzen und die Wiederherstellung lichter Übergangsgebiete zwischen Wald und Heide.
„Wir können gegenüber anderen Institutionen, die im Landkreis Naturschutz betreiben, schlecht argumentieren, einen heimischen Baumbestand aufzubauen, wenn wir es selbst nicht tun“, sagt dazu Detlef Gumz, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis. „Fremdländer“ wie Douglasien und Lärchen hätten in einem Naturschutzgebiet nichts zu suchen. Sie würden zudem das historische Landschaftsbild beeinträchtigen. Die Waldeigentümer sehen das anders: „Statt ‚tabula rasa‘ zu machen, hätte man die Bäume, die in ein paar Jahren einen guten Ertrag gebracht hätten, auch nach und nach durch andere Bäume ersetzen können,“ so ist ihre Meinung. Die Bäume seien Ende der 60er Jahre gepflanzt worden und hätten prächtig dagestanden. „Alle sprechen von Nachhaltigkeit, aber der behördliche Naturschutz agiert mit Hass-Aktionen gegen ertragreiche Bäume“, so ein Waldbesitzer.
Auch Anwohner und Spaziergänger sind von der Aktion nicht überzeugt: „Da will jemand akademischen Naturschutz gegen die Bürger betreiben“, sagt ein erboster Wanderer im Büsenbachtal. Auch ein anderer Verdacht macht die Runde: „Die hauen alles weg, weil der Holzpreis jetzt so hoch ist.“