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„Für ein reines Gewissen“: Schüler der BBS Buchholz entwickeln einen Qualitätsstandard für ethisch produzierte Kleidung

Zeichneten drei Unternehmen mit ihrem Prädikat aus (v. li.): David Sadowsky, Samuel Schäftlein, Niclas Rambow, Claas Löbe, Vincent Müller
as. Buchholz. „Die meisten Menschen machen sich nicht viel Gedanken um die Herstellung ihrer Kleidung“, sagt Niclas Rambow, der gemeinsam mit seinen Mitschülern David Sadowsky, Samuel Schäftlein, Claas Löbe und Vincent Müller ein Qualitätssiegel für die ethische Produktion und den fairen Handel von Textilien entwickelt hat.
„Textilien für das reine Gewissen“ heißt das Prädikat, dass die Zwölftklässler im Rahmen eines Schulprojektes der Berufsbildenden Schulen in Buchholz erstellt haben. Unternehmen aus der Region wurden von den Schülern auf ihre ethische Produktionsweise hin untersucht. „Wir haben zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben in Deutschland und der EU verschiedene Kriterien entwickelt, die den Klimaschutz, den Umwelteinsatz und die Arbeitsbedingungen des Unternehmens betreffen“, sagt Niclas Schäftlein, der Leiter des Projekts. Unter anderem sollten die ausgezeichneten Unternehmen die Treibhausemissionen innerhalb der Produktionskette reduzieren oder die Arbeitszeit nicht mehr als 48 Stunden pro Woche betragen. Für jedes Kriterium werden bis zu zehn Punkte vergeben. Erfüllt ein Betrieb die Kriterien zu mindestens 50 Prozent, wird ihm das Prädikat verliehen. Drei Unternehmen konnten die Schüler bislang auszeichnen: das Textilhandelsunternehmen Brands Fashion aus Buchholz sowie die Hamburger Modeunternehmen Thomas-i-Punkt und Zebratod.
Zusätzlich zur Ausarbeitung ihres Projekts haben die ehrgeizigen Schüler auch einen Film über ethische Textilproduktion gedreht. Dafür haben sie Passanten zu ihrem Konsumverhalten befragt, in den Unternehmen gefilmt und unter anderem Interviews mit den Experten der Stiftung für Wirtschaftsethik geführt. Seit Dezember arbeiten die fünf täglich mehrere Stunden an ihrem Projekt.
„Anfangs hatten wir nur wenig Kenntnisse über die Textilbranche. Uns war zum Beispiel nicht bewusst, wie lang die Wertschöpfungskette eines Textilunternehmens ist“, so Niclas Rambow. Auch über Textil-Zertifikate und -Gütesiegel haben die Jungs viel gelernt. „Unter welchen Bedingungen die Kleidung produziert wurde, ist für den Verbraucher nicht erkennbar. Teilweise stellen sich die Unternehmen auch selbst eigens entwickelte Gütesiegel aus“, sagt Samuel Schäftlein. Er rät Verbrauchern, die faire Kleidung kaufen möchten, auf das „GOTS“-Siegel (Global Organic Textile Standard) oder das „Fair-Trade“-Siegel an Kleidungsstücken zu achten.
• Der Film „Textilien für das reine Gewissen“ ist online unter https://www.youtube.com/channel/UCcPGogbydaYh2lrvYZHwSDg abrufbar.