Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Fukushima - gegen das Vergessen

Eine Mutter mit ihrer Tochter demonstriert für die Evakuierung der Kinder aus den verstrahlten Gebieten der Präfektur Fukushima (Foto: A. Neureuter)
(mum). Vor zweieinhalb Jahren explodierten die Atomreaktoren in Japan; große Gebiete wurden radioaktiv verstrahlt, mehr als 200.000 Menschen mussten evakuiert werden. "Wenn Fukushima heute in den Medien auftaucht, dann geht es um die Reaktorruinen", sagt Alexander Neureuter. "Aber die Menschen und ihr Leid hat man vergessen - wie auch in Tschernobyl." Der Fotojournalist aus dem Wendland will das nicht akzeptieren. Aus diesem Grund reiste er im Mai dieses Jahres durch Japan und machte sich selbst ein Bild und viele Fotos. Er sprach mit Opfern der Atomkatastrophe. Daraus ist der Vortrag "Fukushima 360" entstanden. Auf Einladung von Karin Uffrecht (Klimaforum Nordheide) schilderte Neureuter jetzt seine Erlebnisse im Buchholzer Kunsttempel.
"1,6 Millionen Menschen, darunter 360.000 Kinder, leben in der Präfektur von Fukushima", so Neureuter. "Sie wohnen in teilweise so stark kontaminierten Gebieten, dass sie in Tschernobyl für unbewohnbar erklärt worden wären." Und all das geschehe mit Wissen und Unterstützung der Regierung. Zunehmend betroffen, erfuhren die Zuhörer, dass dort amtliche Strahlenmessgeräte viel zu niedrige Werte anzeigen, dass in den Supermärkten verstrahlte Lebensmittel verkauft und dass inzwischen mehr als 35 Prozent der Kinder an Schilddrüsenkrankheiten leiden würden.
Aber es gebe auch wachsende Proteste und viel ehrenamtliches Engagement: Etwa durch eine Gruppe von Ärzten, die unentgeltlich in einer privaten Klinik arbeiten. Für diese Klinik bat Neureuter am Ende seines Vortrags um Spenden. Mit Erfolg: Iris Wottrich und Alexa Vetter vom Klimaforum überreichten am Ende des Vortrags 660 Euro.