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Fußball als Mittel der Integration

Die Young Boys Buchholz: v. li.: Max, Mohammed, William, Mohanad, Mo, Mohammed und Dietmar Hopp

Bei den „Young Boys Buchholz Inter“ kicken Asylbewerber aus Bürgerkriegsgebieten

gb. Buchholz. Sie nennen sich „Young Boys Buchholz Inter“. Eigentlich sind sie eine Fußballmannschaft wie unzählige in diesem Land. Was die Schützlinge von Trainer Diemar Hopp jedoch von den meisten anderen Freizeitkickern unterscheidet, ist ihre Herkunft. Denn Mohammed, William, Mohanad, Mo und Mohammed sind Asylbewerber. Ihre Heimatländer, den Sudan, Somalia, Pakistan und Afghanistan haben sie als Bürgerkriegsflüchtlinge verlassen. Ihre Fluchtroute verlief über die Mittelmeerinsel Lampedusa oder über Griechenland. Bevor die jungen Männer im Alter zwischen 23 und 30 Jahren vor acht Monaten eine Bleibe in einer Sammelunterkunft in Suerhop fanden waren sie in Durchgangslagern untergebracht. Da sie keine Arbeitserlaubnis besitzen, ist ihre einzige Beschäftigung die Sprache ihres Gastlandes zu lernen. Und Fußball zu spielen. „Die sportliche Aktivität tut den Jungs gut, sie brauchen den körperlichen Ausgleich“, sagt Dietmar Hopp.

Zum Rückspiel gegen die „Steinbecker Ackerjungs“ auf dem Ritscher-Platz in Sprötze wartet Trainer Hopp vergeblich auf drei seiner Spieler. Der 56-Jährige kennt die Gründe: „Man muss wissen, dass an Leib und Leben bedrohte Menschen traumatisiert sind und eine Achterbahn der Gefühle durchleben“, erklärt Hopp. Unschwer ist die Herzlichkeit zu erkennen, die ihn und seine zurückhaltend auftretenden Spieler verbindet. Erst auf dem Spielfeld verlieren die Young Boys ihre Scheu Fremden gegenüber und zeigen sich dabei ebenso unbefangen wie ihr Gegner. „Bei uns stehen Spaß und Fairness im Vordergrund“, sagt Freizeitkicker Oliver Doepp von den Ackerjungs. „Der Sport verbindet uns Menschen, es kommt dabei nicht auf Sprache oder Nationalitäten an“, ergänzt sein Teamkollege Olaf Schmidt. Das Team von Dietmar Hopp gibt auf dem Rasen alles, muss sich am Ende jedoch mit 4 : 7 geschlagen geben.

Doch darauf kommt es letztlich nicht an. Was wirklich wichtig ist fasst der Sudanese Mohanad Salahaldien so zusammen: „Das Zusammenspielen und das Kennenlernen ist günstig für uns“, und lächelt dabei zaghaft. Seit dem vergangenen Sommer spielen die Young Boys zusammen. In den Ferien trainierten sie bereits gemeinsam mit jungen Buchholzern. Dietmar Hopp und sein Co-Trainer Florian Brouwer wollen möglichst viele ihrer Spieler in Buchholzer Vereinsmannschaften integrieren. Drei von ihnen trainieren bereits beim Buchholzer FC. Mit seinem Engagement will Dietmar Hopp Menschen in Not helfen. Dafür engagiert er sich auch im „Café Oase“ des Buchholzer Christus Centrum.