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„Geocacher sind ein Problem“

Kreisjägermeister Norbert Leben (li.). zeichnete Günther Meyer für sein 41-jähriges Engagement in der Jungjägerausbildung aus
 
Die Geehrten der Kreisjägerschaft mit Kreisjägermeister Norbert Leben und Vorsitzendem Horst-Günter Jagau (re.) (Foto: bim)
Neumodische Freizeitaktivitäten und die Herausnahme von Flächen zur Bejagung waren einige der Themen bei der Kreisjägerschaft im Landkreis Harburg

(bim). Die rund 1.800 Jäger der Jägerschaft Landkreis Harburg übernehmen - abseits der Jagd - eine Vielzahl von Aufgaben, beispielsweise den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und die Tierseuchenbekämpfung. Das wurde jetzt bei der bestens besuchten Jahreshauptversammlung in der Schützenhalle Tostedt wieder deutlich.
„Es wird weiterhin eine gute Zusammenarbeit zwischen der Jägerschaft und der Politik geben - egal wie die Mehrheiten sind“, versprach der stellvertretende Landrat und CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke im Hinblick auf die Landtagswahl.
Novellierung des Jagdgesetzes: Die laut Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen beabsichtigte Novellierung des Jagdgesetzes werfe Fragen auf - etwa nach dem Katalog der jagdbaren Arten, bei der Fallenjagd und der Jagd auf Wasserwild, so Kreisjägermeister Norbert Leben.
EGMR-Urteil: Laut Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) soll es nun aus ethischen Gründen möglich sein, Flächen aus der Bejagung herauszunehmen und zu einem befriedeten Bezirk erklären zu lassen. Nach dem Bundesjagdgesetz gehören Eigentümer von Grundstücken mit weniger als 75 Hektar laut Gesetz einer Jagdgenossenschaft an und müssen die Bejagung der Flächen durch Dritte dulden, wenn die Jagdgenossenschaft die Jagd auf den Flächen verpachtet hat. Ziel der Bundesregierung ist es nun, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen. Am 22. März wird das Gesetz im Bundesrat beraten.
Geocaching: Ein Problem für die Jäger stellen vermehrt neumodische Freizeitaktivitäten in Feld und Flur mit Gotcha, Mountainbiking und Geocaching dar. Insbesondere das Geocaching - die moderne Form der Schnitzeljagd, bei der Gegenstände in der Landschaft versteckt werden, die anhand der Koordinaten über das Internet zur Suche freigegeben werden - wird von den Jägern kritisiert. „Das Vorgehen der Geocacher beeinträchtigt nicht nur die Belange des Naturschutzes und stört die Wildtiere in ihren Rückzugs- und Brutgebieten - das Geocaching lässt sich auch nicht mehr unter das allgemeine Betretungsrecht im Wald und in der Landschaft einordnen“, kritisiert Norbert Leben.
Wolf: Mit 300 Gästen sehr gut besucht war die Herbstveranstaltung der Jäger zum Thema „Wolf“ in Seevetal. Jägerschafts-Vorsitzender Horst-Günter Jagau: „Die Wolfsbestände in Deutschland wachsen stetig an. Und es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass es auch in unserer Region zu Rissen von Wild kommt.“
Streckenbericht: Im zurückliegenden Jagdjahr sei beim Rot- und Damwild ein leichter Rückgang zu verzeichnen, so Norbert Leben im Streckenbericht. Beim Schwarzwild liege man deutlich über der Vorjahreszahl. Die Schwarzwildstrecke war allerdings auch um 34.5 % höher als im Vorjahr.
Das Fallwild - das im Straßenverkehr getötete Wild - sei mit 24,2 % um 3 % niedriger als in den Vorjahren. Möglicherweise ein erstes Ergebnis der blauen Reflektoren, die die Jäger in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht an besonders wildunfallträchtigen Straßenabschnitten an den Begrenzungspfählen angebracht hat.
Bei der Bejagung des Rehwildes sei ein Mindestabschussplan in Ordnung, eine Abschaffung des Abschussplanes aber das falsche Signal, so Leben.
Beim Flugwild sollte die Rebhuhnjagd im Sinne der Hegeverpflichtung tabu sein. Die Trophäen des Jagdjahres waren an den Stellwänden in der Schützenhalle ausgestellt.

Verdienstnadeln der Landesjägerschaft


Mit Verdienstnadeln oder -plaketten der Landesjägerschaft wurden folgende Mitglieder der Jägerschaft Landkreis Harburg ausgezeichnet:
LJN-Verdienstnadel in Bronze: Peter Harms (Iddensen-Rosengarten), Walter Gerdau (Winsen), Hanspeter Wendt (Rosengarten), Siegfried Wiekhorst (Winsen), Günter Beyer (Drage-Hunden) und Eckhard Hoefer (Hollenstedt).
LJN-Verdienstnadel in Silber: Wilhelm Rautenberg (Winsen) und Cord Weinmann (Wenzendorf).
LJN-Verdienstplakette in Silber: Matthias Carstens (Quarrendorf), unter anderem für die Ausrichtung der Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen, und Günther Meyer aus Sottorf, der seit mehr als 40 Jahren für die Jungjägerausbildung verantwortlich zeichnet.
Verdienstnadel in Silber für Jagdhornbläser: Günter Härtel (Leiter der Bläsergruppe Winsen seit über 20 Jahren), Peter Borgwedel (Leiter der Bläsergruppe Wulfsen seit 25 Jahren), Norbert Bischoff (Leiter der Bläsergruppe Estetal seit über 15 Jahren) und Brunhild Wichmann (Leiterin der Bläsergruppe Tostedt seit über 15 Jahren).

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