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Grenzen von Kindern achten: MTV Ramelsloh ist erster Verein im Landkreis bei Präventionsprojekt „Schweigen schützt die Falschen“

Setzen sich für die Rechte von Kindern ein: Kenneth Dittmann vom Kinderschutzbund und Nadine Becher vom MTV Ramelsloh
as. Ramelsloh. „Unser Verein will, dass sich alle Mitglieder, insbesondere Kinder und Jugendliche, im MTV Ramelsloh sicher fühlen, weil sie wissen, das sie dort Respekt erfahren und ihre Grenzen beachtet werden“, heißt es in dem im Rahmen eines Präventionsprojektes erstellten Flyers des MTV Ramelsloh. Der Sportverein nimmt als erster Verein im Landkreis Harburg an dem Projekt „Schweigen schützt die Falschen“ des Landes-Sport-Bundes und der Sportjugend Niedersachsen teil (Das
WOCHENBLATT berichtete). Seit drei Jahren wird der Verein dabei vom vom Kinderschutzbund Kreisverband Harburg-Land unterstützt. Übungsleiter und Vereinsmitglieder wurden geschult, Positionspapiere und Flyer entwickelt sowie Kinder- und Jugendrechte-Pässe erstellt und an die 470 Kinder und Jugendlichen im Verein verteilt. In diesem Jahr wird das vom Landessportbund finanzierte Projekt voraussichtlich abgeschlossen.
„Wir möchten eine Akzeptanz dafür, dass es so etwas wie sexualisierte Gewalt im Sport gibt, schaffen. Denn sexualisierte Gewalt passiert regelmäßig und überall“, sagt Kenneth Dittmann vom Deutschen Kinderschutzbund Kreisverband Harburg-Land, der den MTV Ramelsloh betreut. Der Landessportbund will mit dem Projekt ein Klima schaffen, dass Mitarbeitende des Sports in die Lage versetzt, präventiv zu handeln, als auch Betroffene zum Reden ermutigt. Das Projekt soll laut Dittmann Vereine für sexualisierte Gewalt sensibilisieren und ihnen ermöglichen, falls tatsächlich Übergriffe stattfinden, angemessen zu reagieren.
„Es findet ein Umdenken statt. Man achtet mehr darauf, wo die Privatsphäre der Kinder verletzt werden könnte“, sagt die 2. Vorsitzende des MTV, Nadine Becher, die als Kinderschutzbeauftragte des Sportvereins maßgeblich an der Umsetzung des Projektes beteiligt ist. Das Projekt werde im Verein von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen positiv angenommen, berichtet Becher.
Übungsleiter, Ehrenamtliche und Trainer haben das Positionspapier des Vereins gegen sexualisierte Gewalt unterzeichnet. Daniela Wegner und Tommy Freese sind als Vertrauenspersonen Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Trainer und können den Vereinsmitgliedern im Ernstfall Beratungsangebote und Hilfe vermitteln. Bisher ist nach Angaben von Nadine Becher aber noch kein Ernstfall eingetreten.
„Wir werden vom Kinderschutzbund toll betreut, unsere Ansprechpartner sind rund um die Uhr erreichbar“, sagt Nadine Becher. Sie ermutigt andere Sportvereine, auch an dem Projekt teilzunehmen.