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Große Hilfe für die kleine Dalaa (12)

Das Schickal der Menschen in Syrien berührt den Kosmopoliten Christo Kachar tief

Christo Kachar (76) transportierte Rollstuhl für gelähmtes Mädchen nach Syrien / "Man kann mit wenig Geld so viel erreichen"

os. Buchholz. Christo Kachar (76) bekommt feuchte Augen, wenn er an das Schicksal der kleinen Dalaa (12) denkt. „Sie hat schon so sehr gelitten in ihrem Leben“, sagt der ehemalige Professor der Sportwissenschaften. Um Dalaas Leben zu verbessern, hat der Kosmopolit, der in Griechenland geboren wurde, zehn Jahre in Syrien lebte und mittlerweile in Buchholz heimisch geworden ist, eine aufwendige Hilfsaktion auf sich genommen.
Im Alleingang organisierte Kachar einen Rollstuhl für das Mädchen und überbrachte es höchstpersönlich an die bedürftige Familie in der Hauptstadt Damaskus. „Ich stehe auf der Sonnenseite des Lebens. Es war eine tolle Erfahrung, wieviel Freude ich einem anderen Menschen machen kann“, sagt Kachar.
Der Kontakt zu Dalaa und ihrer Mutter Bashra kam vor ein paar Wochen zustande, als Kachar schon einmal in Damaskus war. Dort besuchte er seinen Neffen. „Dalaa hockte in einer dunklen Ecke und konnte sich kaum bewegen“, erinnert sich Kachar. Das Mädchen ist seit seiner Geburt gelähmt und auf fremde Hilfe angewiesen. Durch das ständige Liegen begann sich die Wirbelsäule zu verformen.
Zurück in Buchholz, organisierte Kachar über das Internet einen gebrauchten Rollstuhl. „Das hat mich nur 178 Euro gekostet. Das ist doch nichts!“, sagt der Pensionär. Mit dem Flugzeug brachte Kachar den Rollstuhl in die libanesische Hauptstadt Beirut und von dort per Taxi nach Damaskus. Das Gerät wird das Leben von Dalaa erheblich verbessern, da ist sich Kachar sicher. Das Mädchen musste bisher schon viel Leid ertragen: Ihr Vater ist seit vier Jahren spurlos verschwunden. Ob er noch lebt, weiß niemand. Die Mutter bringt Dalaa und ihre Geschwister mit einem kargen Lohn von 50 Dollar pro Monat mehr schlecht als recht durch. Kachar hat sich deshalb entschlossen, ab sofort jeden Monat Geld an Dalaas Mutter zu überweisen.
Die Lage im Kriegsland Syrien wird immer dramatischer, hat Christo Kachar festgestellt. Er wurde Zeuge eines Raketenangriffs unweit seines Hotels in Damaskus. „Das Problem ist, dass niemand weiß, wer diese Raketen abfeuert“, sagt Kachar. „Es gibt so viele Gruppierungen, die von dem Krieg profitieren. Das macht die Situation unüberschaubar.“ Vor allem die normale Bevölkerung leidet: Die Lebensmittel werden immer teurer, weil die Geldentwertung so schnell voranschreitet. Vor wenigen Monaten tauschte Kachar noch zum Kurs 1:6 um, jetzt liegt er schon bei 1:36. Dass jetzt Milizen vermehrt Menschen entführen, wie zuletzt im Nordosten des Landes, mache die Lage noch prekärer.
Christo Kachar wirbt dafür, dass andere seinem Beispiel folgen und der Bevölkerung in Syrien helfen: „Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen bei uns Geld horten und es nicht sinnvoll ausgeben!“