Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Hashims langer Weg zur Ausbildungsstelle

Hashim Yahya (li.) packt ordentlich mit an. Geselle Jan Neff leitet ihn an

Asylbewerber aus dem Sudan absolviert ein Praktikum in der Kfz-Werkstatt von Carsten Kock

os. Buchholz. "Das ist klasse hier. Ich würde gerne ganz lange bleiben", sagt Hashim Yahya (22). Der Flüchtling aus dem Sudan absolviert seit November ein Praktikum in der Kfz-Werkstatt von Carsten Kock in Buchholz. Hashim sei fleißig, lerne schnell und sei durch seine offene Art bei den Kollegen beliebt. Ob er bei Kock je eine Ausbildungsstelle antreten kann, steht aber in den Sternen. Die Hürden für eine ordentliche Anstellung sind für Asylbewerber außerordentlich hoch.
Den Kontakt zwischen Hashim Yahya, der seit einem Jahr in Buchholz lebt, und Carsten Kock stellte die Werkstatt-Kundin Christina Edelmann her. Sie betreut ehrenamtlich die 20 Flüchtlinge, die in Buchholz-Suerhop im Haus von Monika Fiske untergebracht sind (das WOCHENBLATT berichtete). Die Helfer sind bemüht, ihre Schützlinge bei Firmen in der Region unterzubringen. Sei es als Praktikanten, lieber aber als Auszubildende.
Carsten Kock sagte sofort zu, hatte keine Berührungsängste. "Hashim passt hervorragend zu uns", sagt der Kfz-Meister. Der Sudanese falle durch Lernbegierde auf. "Wenn es mal nichts zu tun gibt, sucht er sich eigenständig Arbeit", lobt Kock. Und in den Pausen habe er immer das Deutsch-Lernbuch auf seinem Schoß. "Von meiner Seite sollte auch ein Ausbildungsplatz kein Problem sein", sagt Kock.
Doch das kann dauern. Asylbewerber, deren Verfahren derzeit laufe, könnten nach neun Monaten eine Arbeitserlaubnis beantragen, erklärt Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald. Für potenzielle Ausbilder gibt es einen Fragebogen, der im Kreishaus abgegeben werden muss. Das eigentliche Problem beginnt danach: Wenn ein Asylbewerber eine normale Ausbildung beginnen möchte, muss das der "Zentralen Auslands- und Fachvermittlung" (ZAV), einer Stelle der Arbeitsagentur in Duisburg, gemeldet werden. Die ZAV führe dann eine sogenannte Vorrangprüfung durch. Heißt übersetzt: Es wird deutschland- und europaweit geprüft, ob es für die Ausbildungsstelle geeignete Kandidaten gibt. Erst wenn das nicht der Fall ist, kommt der Flüchtling zum Zuge. "Die Hürden sind schon extrem hoch. Oft werden die Flüchtlinge abschlägig beschieden", räumt Freudewald ein.
Hashim Yahya und Carsten Kock geben die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass es zu einem Happy End kommt. Wie gesagt: Hashim findet es in der Kfz-Werkstatt klasse.