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Herbergsverein Tostedt erhält Bestnote als Ausbildungsbetrieb

Jetzige und angehende Azubis des Herbergsvereins mit Ausbildern, Geschäftsführung und Ministerin Frauke Heiligenstadt (4. v. re.)
bim. Tostedt. Fachkräfte sind in vielen Bereichen unerlässlich. Der Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt engagiert sich seit vielen Jahrzehnten in vorbildlicher Weise um den Nachwuchs in der Altenpflege und der Hauswirtschaft. Für "besonders verlässliche Ausbildung" wurde die Einrichtung jetzt als eine von vier niedersächsischen Unternehmen von Kultusministerium Frauke Heiligenstadt (51, SPD) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert, der in die Ausbildung investiert werden soll.
Mit der Auszeichnung wollen das Bündnis für Duale Ausbildung und das Kultusministerium die Bedeutung der Ausbildung für die Gesellschaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Die Auszeichnung wurde bzw. wird vergeben in den Kategorien Handwerk, Industrie und Handel, Land- und Hauswirtschaft sowie Altenpflege. In der Kategorie Altenpflege belegte der Herbergsverein Tostedt den ersten Platz.
Bei aller Freude über diese Würdigung ließ es sich Geschäftsführer Peter Johannsen im Rahmen der Feierstunde mit zahlreichen Ehrengästen aus Diakonie, Politik und Verwaltung nicht nehmen, auf die schlechten Rahmenbedingungen hinzuweisen, die zu Problemen bei der Azubi-Suche führen. Hätten sich in früheren Jahren noch 30 Bewerber auf eine Zeitungsannonce beworben, könnten die Ausbildungsplätze heute inklusive junger Menschen aus dem Kosovo, Nepal, der Urkraine und Georgien gerade noch besetzt werden. "Hier ist die Politik gefordert, die Voraussetzungen für gute Arbeitsbedingungen und attraktive Vergütung zu sorgen, damit uns der Nachwuchs nicht ausgeht. Wenn uns die Arbeit am Menschen nicht so wichtig ist wie die industrielle Arbeit, dann stimmt etwas nicht", so Peter Johannsen.
Der Herbergsverein bilde kontinuierlich und nachhaltig aus, lobte Ministerin Heiligenstadt, die sich bei Peter Johannsen, dem Herbergsverein und allen für die Ausbildung Verantwortlichen bedankte.
Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in der Tostedter Einrichtung 61 junge Menschen - 45 in der Altenpflege, 13 in der Hauswirtschaft und drei in der Verwaltung - ausgebildet. Daneben wird mit der Auszeichnung auch das regionale und soziale Engagement gewürdigt, zum Beispiel mit der Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen bei der Töster Tafel sowie der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und Flüchtlingen.
Mit seiner Kritik habe Peter Johannsen Recht. Zu den Themen Ausbildung, Gesundheitswesen, Alten- und Kinderpflege würden die Entscheidungen auf Bundesebene getroffen. Frauke Heiligenstadt wies auf die in Niedersachsen eingeführte Umlagefinanzierung in der Altenpflegeausbildung hin, mit der alle Pflegeeinrichtungen und ambulanten Dienste an den Kosten der Ausbildung in der Alten­pflege beteiligt werden - unabhängig davon, ob sie ausbilden oder nicht. "Wir wollen eine adäquate Ausbildungsvergütung erreichen", so Heiligenstadt. Da stehe sie dem Herbergsverein mit Sozialministerin Cornelia Rundt zur Seite.